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Alle in einem Boot

12.02.2010 | 19:09 Uhr

Xanten-Lüttingen. Ein Schmetterling, der auch gerne Tischtennis spielt und ein Elefant – eigentlich als Maus geboren – besiedeln die „Arche Noah”. So heißt die Fußgruppe des Wohnheims und der Wohngruppe Xanten der Lebenshilfe am Niederrhein, die morgen beim Blutwurstsonntagszug dabei sein wird.

Ein Schmetterling, der auch gerne Tischtennis spielt und ein Elefant – eigentlich als Maus geboren – besiedeln die „Arche Noah”. So heißt die Fußgruppe des Wohnheims und der Wohngruppe Xanten der Lebenshilfe am Niederrhein, die morgen beim Blutwurstsonntagszug dabei sein wird.

Maus mutiert zum Elefanten

Selbstverständlich hat jedes Tier auch ein passendes Gegenstück: „Nur die Schmetterlinge sind auch im wirklichen Leben ein Pärchen”, schmunzelt Stefan Smette, der Leiter der Wohngruppe. Zusammen mit Hasen, Giraffen, Elefanten und Eisbären im Alter zwischen 22 und 75 Jahren werden die behinderten Menschen gut 30 Kilo Kamelle unter die Leute bringen. Noch lagern die Leckereien kistenweise im Büro des Wohnheims. Luftschlangen und jede Menge bunter Ballons kündigen die jecke Karawane bereits an.

„Das wird sicher spaßig – besonders das Bonbonschmeißen”, freut sich Katharina Graff im grauen Elefantenkostüm auf den großen Auftritt. Ihr Partner trage eigentlich ein Mäusekostüm, lacht sie. Aber Phantasie und die Nähkünste von Mitarbeiterin Martina Janssen lassen die Mutation kaum mehr erahnen. Bereits vor einem Jahr begann sie, die Kostüme zu schneidern. Und die Arbeit lohnt sich. Denn Stefan Smetten ist betont: „Im Vordergrund steht die Lebensfreude und der Spaß. Sie lieben das einfach.”

Karnevalsumzüge habe man natürlich auch schon früher – als Zuschauer – besucht, aber: „Wir hatten keine Lust mehr, nur am Rand zu stehen.” Und es stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl: „Es ist schön, etwas zusammen mit beiden Häusern zu machen”, erklärt Betreuerin Anett von Malotki. „Es ist mal was etwas Abwechlung vom Alltag”, pflichtet Lucas Machwitz bei, der momentan seinen Zivildienst im Wohnheim ableistet. Jede Menge gute Laune verspreche er sich vom morgigen jecken Treiben.

Westernhelden und Wikingerschiffe

Immerhin nehmen die Jecken der Lebenshilfe bereits zum dritten Mal am Xantener Blutwurstsonntagszug teil. Doch für Christian Brauwers, der seine Schmetterlingsdame fest umschlungen hält, ist es eine Premiere: Einfach mal mitmachen und ausprobieren, lautet daher seine Devise.

Und das in ziemlich großer Gesellschaft: Denn 19 Wagen, zirka 30 Fußgruppen und neun Musikkapellen haben sich beim 22. Zug angekündigt. Darunter Vampir- und Westernwagen, Zirkusartisten und Wikinger, Robin Hood, ein Wagen zu Ehren des FC Köln und auch die Comic-Helden Asterix und Obelix. Nicht fehlen darf natürlich Xantens Kinderprinz Sven I. Auf 15 000 bis 20 000 Zuschauer hofft Wolfgang Mehring, Präsident des Xantener Blutwurstkomitees. „Durch die Kälte könnten es aber ein paar weniger werden”, kann sich mehring vorstellen.

Kalt wird's der Eisbärin Katja Ohlig aus dem Lebenshilfe-Wohnheim ganz gewiss nicht werden. Denn: „Ich hab' das Kostüm gewählt, weil's zu den sibirischen Temperaturen passt.”

Raphaela Spranz

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