Absolut bürgerfern

Müllabfuhr. Da macht das Dezernat von Frau Kaltenbach massiv Reklame in den lokalen Medien für die neue Entsorgungssituation in Rheinberg und feiert diese Umstellungen als große Errungenschaft. Das Gegenteil ist aber bei einigen Punkten der Fall: Anstatt Bürgernähe zu praktizieren stellen die Änderungen bei der Grünschnitt- und Sperrmüllentsorgung augenscheinlich nur einen Maßnahmenkatalog zur Reduzierung der Arbeit in der Verwaltung selbst dar.

Da wird das neue Entsorgungskonzept für Grünschnitt und Sperrmüll als „bürgernahe Verbesserung“ ausgelobt, bei dem das Anmeldeverfahren absolut bürgerfern umgestellt wurde. Ich frage Frau Kaltenbach, wie sie denn den Bürgern ohne Internetanschluss diese Umstellung von der früher telefonisch möglichen Bestellung der Abfuhr auf eine Bestellung über Briefpost als bürgernahe Umstellung erklären will. Ist das die neue Art, gerade für ältere Mitbürger, die eben keinen Internetanschluss haben, Bürgernähe

zu vermitteln, oder stellt das nicht ausschließlich einen Beitrag dar, den Arbeitsaufwand in der Verwaltung im Bereich Entsorgung selbst zu reduzieren? Man braucht dort ja keine Telefonate mehr entgegenzunehmen und diese mündlichen Bitten dann in ein Abwicklungssystem zu übertragen.

Ich kann nachvollziehen, dass Frau Kaltenbach als gelernte Verwaltungsfachfrau die Interessen einer

Verwaltung gut kennt und bemüht ist, diese zu berücksichtigen.

Nur sollte sich Frau Kaltenbach daran erinnern, dass es bei der Wahl zum Bürgermeister mehr ältere Bürger mit Wahlrecht in Rheinberg gibt als Verwaltungsmitarbeiter im Bereich der Müllentsorgung. Hier sollte sie über ihre Verbesserungsschwerpunkte nachdenken, zumal der Bereich Müllentsorgung in den letzten Monaten nicht das Paradebeispiel für kostensparende Umstellungen und abgabensenkende Aktionen war.

Wenn diese Art von „Verbesserungen bei der Bürgernähe“ der Rahmen für Rheinbergs Zukunft sein soll, dann kann ich den politischen Mitbewerbern um das Amt des Bürgermeisters nur raten, ihre hoffentlich andere Sicht von Bürgernähe in der Verwaltung den Rheinbergern deutlich zur Kenntnis zu bringen.