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3... 2... 1... denkste!

29.07.2008 | 19:36 Uhr

JUSTIZ. Das Landgericht Kleve verhandelt heute über eine Räumungsklage gegen Jürgen Schaffara vom Hotel Rheintor.

RHEINBERG. Mit "3... 2... 1... seins" überschrieben wir vor einem Jahr unseren Artikel zur Zwangsversteigerung des Hotels Rheintor an der Rheinstraße. Den Zuschlag vom Amtsgericht Rheinberg bekam der Unternehmer Gerardus Aaldering, der unter anderem den Umbau des alten Underberg-Kräuterturms betreibt (wir berichteten). 325 000 Euro zahlte Aaldering für die Immobilie an der Rheinstraße. Heute verhandelt das Landgericht Kleve über eine Räumungsklage gegen Jürgen Schaffara, der Pächter des Hotels war - und der seine Gäste empfängt, wie eh und je. Wie ist das möglich?

Ein Rückblick: Mit dem Kauf der Immobilie machte Gerardus Aaldering von der Möglichkeit des "außerordentlichen Kündigungsrechts" Gebrauch. Dieses wird nach Paragraph 57a des Zwangsversteigerungsgesetzes den Käufern eingeräumt - mit einer entsprechenden Kündigungsfrist. Im Falle des Rheintors belief sich diese auf sechs Monate.

Aaldering: Gebäude wird abgerissen

Schaffara habe jedoch nicht nur die Kündigung ignoriert, er stellte nach Angaben von Aalderings Anwalt, Hans-Peter Müller, auch die Mietzahlungen seit September 2007 ein. Die Miete in Höhe von 1600 Euro für vergangenen August sei noch in zwei Raten geleistet worden. Auf unsere Anfrage hin wollte sich Jürgen Schaffara weder dazu, noch zum heutigen Gerichtstermin in Kleve äußern. Der Hotelier bezweifelte sogar, dass das Haus Aaldering gehöre. Und so verweigert Jürgen Schaffara bislang den Handwerkern Aalderings jeden Zugang zum Hotel und droht dem Geschäftsmann nun seinerseits mit einer Klage, sollte dieser nicht das Baugerüst vor "seinem Hotel" entfernen.

Währenddessen übt sich Gerardus Aaldering an seinem Lebensmotto (nachzulesen auf der Internetseite des Unternehmens): "Für den, der durchhält, ist kein Weg unbegehbar". Das Hotel, aus dem er zunächst eine Herberge für das Niedrigpreissegment machen wollte, werde er aber abreißen lassen. "Das Haus ist nicht mehr zu retten, das ist total heruntergewirtschaftet." Aaldering überlegt, seine Firmenzentrale in einen Neubau an der Rheinstraße zu verlegen. Aber das ist Zukunftsmusik. Noch haben die Gerichte das Wort, noch heißt es ob der Weigerungshaltung Schaffaras: 3... 2... 1... denkste!

NIKOLAOS GEORGAKIS

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