2015 kamen bislang 79 Asylbewerber nach Rheinberg

Am Melkweg wird ein neues Asylbewerberheim gebaut Es soll im Juli fertig sein.
Am Melkweg wird ein neues Asylbewerberheim gebaut Es soll im Juli fertig sein.
Foto: NRZ
Wenn sich die Zahlen so weiter entwickeln, ist auch der Heimneubau am Melkweg schon wieder voll, wenn er im Juli fertig ist.

Rheinberg..  Am Melkweg, in unmittelbarer Nachbarschaft zur existierenden Containeranlage und dem Haus Cassel, in denen auch Flüchtlinge untergebracht werden, entsteht im Moment ein neues Asylbewerberheim. Es soll im Juli fertig sein.

Ob sich dadurch allerdings eine Entlastung bei der Wohnsituation von asylbegehrenden Menschen in Rheinberg ergibt, ist fraglich. Martin Tomberg vom Fachgebiet Soziale Dienste bei der Stadt zeigte sich bei der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Familien und Senioren skeptisch: „Wir hoffen auf eine Entzerrung durch den Neubau. Aber wenn das so weitergeht mit den Zahlen, ist der Neubau voll, bevor er fertig ist.“

Die aktuellen Daten: Im April gab es neun Asylbewerber, im Mai bislang schon 19, die Rheinberg zugewiesen wurden. Und, so Tomberg: „Es gibt weniger Abgänge als Zugänge.“ Insgesamt befinden sich in Rheinberg derzeit 203 Menschen, die Leistungen für Asylbewerber bekommen. „Im Mai haben wir zum ersten Mal die 200er Marke überschritten.“

Seiner Einschätzung nach ist es nur noch „eine Frage von Tagen, bis wir neue Zuweisungen bekommen“. 115 waren es im gesamten Jahr 2014, in diesem Jahr bis jetzt schon 79. Und das Jahr ist noch nicht einmal bis zur Hälfte abgelaufen.

Im Moment kommen keine Kinder oder Jugendliche ohne Eltern nach Rheinberg. Martin Tomberg ist allerdings davon überzeugt, dass dieser Fall eintreten wird. „Zurzeit werden die nur in der Nähe von Grenzübergängen untergebracht.“ Für den Fall, dass sich das ändert, hat man in Rheinberg allerdings schon eine Lösung parat. „Solche Kinder und Jugendlichen werden dann der Jugendhilfe übergeben und kommen in spezielle Einrichtungen, in denen keine Erwachsenen sind“, erläuterte Frank Meyer, Leiter des Fachbereichs Jugend, Soziales und Sport.

Menschen, die sich ehrenamtlich um Flüchtlinge kümmern möchten, können sich bei der Stadt melden. „Wir setzen dabei auf die Zusammenarbeit mit dem runden Tisch Asyl“, sagte Martin Tomberg auf eine Frage von Claudia von Parzotka-Lipinski (SPD). Ein Problem sei auch die von der Ratsfrau angesprochene Tatsache, dass es sehr viele männliche Einzelpersonen unter den Asylbewerbern gebe, sehr viele Frauen bei den Ehrenamtlern und keine männlichen Sprachlehrkräfte. Das sei eine unbefriedigende Situation, aber nicht zu lösen. Es gebe deswegen auch einen Austausch mit anderen Kommunen auf Kreisebene.

Mittlerweile gebe es, so Tomberg, einen Vorlauf von vier Tagen zwischen der Information darüber, dass Asylbegehrende nach Rheinberg kämen, und dem Zeitpunkt des Eintreffens. Und die Ankunftstage seien in der letzten Zeit meist Montage und Donnerstage gewesen. Aber es gibt keine Gewähr dafür, dass das so bleibt.

Bürgermeister Hans-Theo Mennicken zog trotz allem ein positives Fazit. „Wir können froh sein, wie es im Moment in Rheinberg läuft!“