178 000 Euro für die Bosnienhilfe

Heribert Hölz von der Bosnienhilfe.
Heribert Hölz von der Bosnienhilfe.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Heribert Hölz unterstützt seit 24 Jahren Menschen in dem ehemaligen Kriegsgebiet. Er sagt: Nie kamen so viele Geldspenden zusammen wie im vergangenen Jahr

Am Niederrhein..  Heribert Hölz ist überwältigt: 178 000 Euro, unter anderem Geldspenden von Rheinberger Schulen und Kindergärten, sind im vergangenen Jahr für die Bosnienhilfe zusammengekommen. „Das ist so viel wie in 23 Jahren noch nie“, sagt der 72-Jährige. Allein eine Privatperson habe 25 000 Euro gespendet. „Das ist auch eine große Verantwortung, so viel Geld anvertraut zu bekommen.“ Aus gesundheitlichen Gründen hatte Hölz 2014 erstmals keine Sachspenden mehr nach Bosnien gebracht.

Unterstützung für viele Projekte

Umso genauer konnte er jetzt festhalten, wie viel Geld in welche Projekte geflossen ist – dazu fühle er sich den vielen Spendern verpflichtet, betont der ehemalige Caritas-Mitarbeiter: Ende Mai vergangenen Jahres hatte es in Bosnien eine große Flut gegeben. Besonders betroffen seien davon die Bewohner der Barackensiedlung von Banja Luca im Norden Bosniens gewesen, erzählt Hölz. Um für sie neue Betten und Schränke schreinern zu lassen, habe die Bosnienhilfe 60 000 Euro investiert.

Die Alten- und Krankenhilfe in Bosanska Gradiska, einer Kleinstadt an der Grenze zu Kroatien, und Kotor Varos im Norden unterstützt Hölz mit jeweils einer Krankenschwester und Medikamenten. In dieses Projekt flossen im vergangenen Jahr 25 000 Euro.

Mit dem Verkauf von Marmeladen finanziert Heribert Hölz seit Jahren eine Suppenküche in Zenica, einer Stadt, die etwa 80 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Sarajevo liegt, und in der 150 000 Einwohner leben. „Die Arbeitslosenquote liegt hier bei unglaublichen 75 Prozent“, sagt Hölz. Durch den Marmeladenverkauf kamen 22 000 Euro für die Suppenküche zusammen.

15 000 Euro gingen an zwei große Schulen in Travnik in Mittelbosnien und Bihac im Westen des Landes. Das Geld fließt vor allem in Lehrmittel wie neue Tafeln.

Zudem hat die Bosnienhilfe bereits vor einiger Zeit eine Obstplantage mit Erdbeeren und Himbeeren, aber auch Kirsch- und Pflaumenbäumen in Bijelo Brdo in Zentralbosnien anlegen lassen. Für die Bepflanzung gab’s im vergangenen Jahr noch einmal 5000 Euro – „ab jetzt muss sich die Plantage selbst tragen“, sagt Heribert Hölz.

Das älteste Projekt der Bosnienhilfe sind die Patenschaften für arme Familien. 70 hat es 2014 gegeben – unterm Strich macht das 21 000 Euro. Die Idee dahinter: „Die Familien bekommen 25 Euro im Monat, und das über ein Jahr.“ Ein Tropfen auf dem heißen Stein? „Für 25 Euro kann man sich in Bosnien immerhin 50 Brote kaufen“, rechnet Hölz vor.

15 000 Euro hat der 72-Jährige unter dem Punkt „Sonstiges“ verbucht: „Bei meinen Besuchen kommen immer Leute auf mich zu, und bitten um Hilfe. Von dem Geld wird dann etwa ein Hausdach repariert, oder eine Kuh gekauft.“

15 000 Euro sind in dieser Rechnung sogar noch übrig geblieben – „eiserne Reserve“ nennt Hölz das Geld. Und das kann er in diesem Jahr gut gebrauchen: Anfang März geht’s für ihn schon wieder nach Bosnien. Sein Projekt dann: 50 Schafe kaufen. Für die Bauern vor Ort ist das Hilfe zur Selbsthilfe.