130 Kinder wollen ans Amplonius-Gymnasium in Rheinberg

Im Sommer könnten andere Schülernamen auf dem Schulhof des Amplonius-Gymnasiums stehen.
Im Sommer könnten andere Schülernamen auf dem Schulhof des Amplonius-Gymnasiums stehen.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Die Europaschule hat noch 19 Anmeldungen mehr für das Schuljahr 2015/16.

Rheinberg..  Hoffentlich kommt er nicht jeden Tag von dort zur Schule, sonst hätte er den wohl weitesten Weg aller Klassenkameraden: Für das Schuljahr 2015/16 liegt dem Amplonius-Gymnasium eine Anmeldung aus den USA vor. Vergleichsweise nur einen Katzensprung entfernt wohnen das Kind aus Kamp-Lintfort und das aus Issum. Aus Alpen kommen zehn Schüler. Zusammen mit den 117 Rheinberger Kindern werden nach den Sommerferien 130 Gymnasiasten anfangen.

Eine Anmeldung aus Wesel

Auf der anderen Straßenseite bei der Europaschule gibt es 149 Anmeldungen. Dort kommen 135 Schüler aus Rheinberg, jeweils fünf aus Alpen und Kamp-Lintfort, drei Kinder aus Duisburg-Baerl sowie ein Schüler aus Wesel. Diese Zahlen wurden dem Schulausschuss bei seiner Sitzung mitgeteilt. Der Ausschussvorsitzende Dietmar Heyde (Grüne) freute sich über den „fortschreitenden Trend des Nichtauspendelns aus Rheinberg“.

Ein wenig Sorgen bereitete dem Ausschuss die Zahl der Anmeldungen in der Grundschule am Bienenhaus. Ursprünglich sollten 30 Kinder dort im Sommer ihre Schullaufbahn beginnen, aber da 15 Kinder pro Klasse zu wenig sind, mussten drei Kinder abgewiesen werden, so dass einzügig mit 27 Kindern unterrichtet werden soll. Die Eltern der abgewiesenen Kinder haben Widerspruch eingelegt.

Auch die Beschulung von Flüchtlingskindern kam zur Sprache. Bürgermeister Hans-Theo Mennicken sprach von einem Problem: „Es gibt höchsten Betreuungsbedarf. Das Beste wäre eine Seiteneinsteigerklasse, in der Kinder erleben können, was Schule bedeutet.“ Einige dieser Kinder kämen nur für zwei bis drei Wochen und seien dann wieder weg. In Seiteneinsteigerklassen mit zusätzlichem, nicht von der Stadt bezahltem Personal könnten die Kinder „reif gemacht werden für die normalen Klassen“.

Der Antrag des Amplonius-Gymnasiums auf Zuweisung eines freiwilligen Inklusionshelfers mit mindestens zwölf Stunden pro Woche wurde zwar einstimmig bewilligt, aber voraus ging eine lange Diskussion. Dass sie unter finanziellen Gesichtspunkten geführt wurde, ging Schulleiter Marcus Padtberg gegen den Strich. Er verwies darauf, dass sein Gymnasium eine Halbtagsschule sei und dass kein Integrationshelfer oder ein persönlicher Unterstützer beantragt worden sei, sondern eine Unterstützung im Nachmittagsbereich für die ab dem kommenden Schuljahr inklusiv zu unterrichtenden Kinder. „Dass es in Rheinberg freiwillige Inklusionshelfer gibt, ist sehr hervorragend, aber sie gebündelt im Grundschulbereich einzusetzen, ist nicht gut, weil wir dann hinten herunterfallen. Wir haben keine Unterstützung oben drauf beantragt, sondern wir wollen, dass die Helfer anders – gerechter – verteilt werden.“