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Kultursommer

Sauerländer lieben Seemannslieder

31.07.2012 | 10:00 Uhr
Sauerländer lieben Seemannslieder
Am Sonntag trat der Seemannschor Elbe 1 aus Cuxhaven auf

Plettenberg. Beim Kultursommer ist der Alte Markt proppenvoll. Wenn ein Seemannschor auftritt, ist er noch voller. Am Sonntag trat der Seemannschor Elbe 1 aus Cuxhaven auf und toppte die bisherigen Zuschauerzahlen. Mit der Mischung aus Shantys und der Pausenbelustigung durch Clown Otsch hat das Kulturamt aufs richtige Pferd gesetzt und offenbar einen Nerv getroffen.

„Man ist ja schon erleichtert, wenn man sich darin bestätigt sieht, dass man die richtigen Künstler engagiert hat“, stellte der hocherfreute Frank-Ulrich Sohn fest. Das Gefühl könne ihn ja täuschen, aber dieser Kultursommer hebe sich von den letzten Jahren ab. Selbst wenn das Wetter die ganze Woche über noch so sauerländisch war – sonntags am Alten Markt schien immer die Sonne.

Gut durchmischtes Programm

„Der Kultursommer hat sich einfach etabliert, in den Sommerferien gehört der Nachmittag unterm Stephansdachstuhl für viele dazu“, sagt Sohn. Dazu tragen der Frauenchor Eiringhausen und der DRK-Kindergarten mit ihren Verpflegungsständen genauso bei wie das gut durchmischte Programm. Dass mit Clown Otsch parallel zum Kindertheater ein zweiter eher auf Kinder zugeschnittener Künstler dem Programm Konkurrenz macht, hätte auch schiefgehen können. Ist es aber nicht.

Außer Konkurrenz sang der Seemannschor Elbe 1, der den inoffiziellen Titel „Der etwas andere Chor“ trägt. „Wir gehen natürlich auf die Publikumswünsche ein und singen auch Gassenhauer wie ‚Junge, komm bald wieder‘“, erklärt Pressesprecherin Heidi Klöcker. Aber das seien eben Shantys – scharf zu trennen von Seemannsliedern. „Seemannslieder sind die Arbeitslieder der Matrosen“, erklärt Klöcker, während ihr Mann Hansi auf der Bühne steht und von weißen Segeln vor Cuxhaven singt. Das Singen gab den Takt fürs Rudern, Segel reffen und andere Arbeiten auf dem Schiff – diese Tradition halten die Seemannschöre hoch. Nicht umsonst sind unter den 20 Sängern pensionierte Kapitäne, Maschinisten, Fischer und Ingenieure, die jahrelang zur See fuhren.

Außer Heidi und Hansi Klöcker. Die kommen eigentlich aus Iserlohn, haben jahrelang Urlaub in der Gegend gemacht und sich so wohl in Cuxhaven gefühlt, dass sie vor fünf Jahren hinzogen. Schnell traten sie dem Chor bei, Hansi als Sänger, Heidi aufgrund ihrer Berufserfahrung bei Radio MK als Pressewartin.

Zusatzkonzert in Iserlohn

Nach Plettenberg kam der Chor durch einen anderen Urlauber: Klaus Plötz erlebte „Elbe 1“ vor Ort und arrangierte das Gastspiel. Bei der Gelegenheit ließ Heidi Klöcker ihre Kontakte in die alte Heimat spielen, weshalb der Chor am Freitag in der ausverkauften Bauernkirche Iserlohn zusammen mit den „Romantic Sailors“ sang.

Rund 50 Auftritte absolvieren die Sänger im Jahr, bei karitativen Veranstaltungen genau wie eigenen Konzerten. Ein wichtiger Bestandteil sind Seebestattungen. „Das meiste in der Umgebung, bis Hamburg und Hannover eher seltener“, sagt Heidi Klöcker.

Unterwegs zu sein ist für Chorleiter Kurt Kniesche wichtig: So kommen die Sänger an neue Notenliteratur. Jede Stadt hat so ihre eigenen Lieder, die Cuxhavener etwa „Weiße Segel vor Cuxhaven“ oder „Feuerschiff Elbe 1“, von dem der Chor den Namen hat. Bei Auftritten mit anderen Chören wird dann schon mal „mit Genehmigung geklaut“, erklärt Klöcker lächelnd.

Von Hendrik Schulz



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