Ziel: Sondermann-Brot als Ganzes verkaufen
14.02.2012 | 19:18 Uhr 2012-02-14T19:18:00+0100
Drolshagen/Siegen. Zwei wesentliche Nachrichten konnte Insolvenzverwalter Andreas Pantlen aus der Gläubigerversammlung für die Großbäckerei Sondermann (Drolshagen) vermelden: Zum einen schreibe der Betrieb derzeit keine roten Zahlen, zum anderen sei erklärtes Ziel für ihn als Insolvenzverwalter, das Unternehmen als Ganzes an einen Investor zu verkaufen.
Pantlen bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Gläubigerversammlung am Montag im Amtsgericht Siegen ohne Überraschungen abgelaufen sei - mit etwa 10 anwesenden Gläubigern.
Ein Thema: Besetzung des Gläubigerausschusses
Auf der Tagesordnung hatte unter anderem die offizielle Einsetzung von Pantlen als Insolvenzverwalter (bisher vorläufig) gestanden und die Besetzung des Gläubigerausschusses. Dieses Gremium wurde in der Gläubigerversammlung um einen Vertreter der Leasing-Gesellschaften erweitert, unter der die Fahrzeugflotte Sondermanns fährt.
Recherchen unserer Zeitung ergaben, dass zum Gläubigerausschuss ein Vertreter der Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen gehört sowie ein Mitglied der Bäcker- und Konditor-Einkaufsgenossenschaft „BÄKO Sauerland“.
Pantlen versicherte auf Anfrage, dass er sich durch den positiv laufenden Betrieb des Unternehmens nicht unter Zeitdruck gesetzt fühle: „Es gibt Kaufinteressenten. Gespräche und Verhandlungen mit potenziellen Investoren laufen.“ Diese Verhandlungen seien aber noch nicht so weit gediehen, dass ein baldiger Abschluss in Sicht sei. Pantlen: „Das kann sich noch Monate, vielleicht sogar ein Jahr hinziehen.“ Doch das sei kein Drama, denn: „Wir schreiben keine Verluste, haben keinen Umsatzeinbruch.“
Insolvenzantrag im September 2011 gestellt
Nicht völlig auszuschließen sei auch, dass die bisherige Besitzerfamilie wieder einsteige.
Bislang seien etwa 20 Filialen geschlossen worden. Aber das sei ja schon im Dezember bekannt gewesen.
Zur Erinnerung: „Sondermann Brot“ hatte im September des vorigen Jahres Insolvenzantrag gestellt und damit auch angesichts der Größe des Unternehmens überregionales Interesse verursacht.
Denn zum damaligen Zeitpunkt verfügte das Unternehmen noch über rund 130 Filialen, die sich auf eine große Fläche - von Südwestfalen bis Aachen - verteilten. Als Mitarbeiterzahl wurden rund 1000 angegeben.
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