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Erstes Jugendhospiz von...

Vorreiter-Rolle in Hospizarbeit

19.04.2009 | 14:23 Uhr

Olpe. (baka) „Es ist ihnen gelungen, vor 10 Jahren mit dem Kinderhospiz einen Baum zu pflanzen, der einen Blätterschirm entwickelte, unter dem man sich ausruhen kann," so beschrieb Bürgermeister Horst Müller seine und auch die Gefühle aller, die zur Einweihung des Jugendhospizes gekommen waren.

„Balthasar", dieser Name steht seit 10 Jahren Deutschland-weit für engagierte Hospizarbeit. Die gemeinnützige Gesellschaft der Olper Franziskanerinnen mit ihrer Generaloberin Schwester Mediatrix hat mit dieserneuer Einrichtung in Olpe wieder einmal eine Vorreiterrolle übernommen.

Gut versteckte medizinische Technik lässt in den vier Zimmern erst gar keine Krankenhaus-Atmosphäre aufkommen. Rüdiger Barth, Leiter des Kinder und Jugendhospizes freute sich besonders, dass bei dem Neubau die Wünsche der Jugendlichen berücksichtigt wurden. Eigene Kühlschränke, Fernseher und Musikanlagen, „junges, hübsches Personal", Möglichkeiten, sich zurück zu ziehen.

In ihren Bedürfnissen unterscheiden sich die Bewohner von Balthasar nicht von anderen jungen Leuten. Das zeigt z.B. der Wunsch der 19-jährigen Vanessa, die einen Ganzkörperspiegel vermisst. Für Barth ist auch der Einsatz von vier Zivildienstleistende von Vorteil.

Die Zivildienstleistenden im Jugendhospiz begleiten die Bewohner, die dazu gesundheitlich in der Lage sind, ins Kino oder spielen auch mal gemeinsam Play Station. Trotz aller Selbstständigkeit ist die medizinische Versorgung rund um die Uhr unerlässlich. Dr. Reinhard Hunold leitet die Schmerztherapie, mit deren Hilfe den Bewohnern ihre Lebensqualität erhalten werden kann.

Nachdem Weihbischof Hubert Berenbrinker mit Pfarrer Clemens Steiling von der „Martinus”-Pfarrei nach einem Gottesdienst im Mutterhaus die Räume geweiht hatte, zeigte sich auch Karl-Josef Laumann, NRW-Minister für Soziales, Arbeit und Gesundheit, beeindruckt und betonte, dass die Hospizarbeit wohl die interessanteste Entwicklung in den letzten Jahren genommen habe.

„Ein Hospiz beruht auf einem gesamtgesellschaftlichem Konzept. Viele Hospize werden von Stiftungen unterstützt und diese werden vom Staat gefördert”. Laumann räumte aber auch ein, dass viele Einrichtungen in Zeiten der Wirtschaftskrise unter dem großem Druck stehen, dringend benötigte Spenden zu bekommen.

Landrat Frank Beckehoff wünschte allen Beteiligten eine segensreiche Arbeit und betonte, dass „Olpe wieder einmal ein markantes Zeichen in der in der Hospizbewegung gesetzt hat”.

Alexander aus Soest war schon Gast im Kinderhospiz, am vergangenen Freitag feierte er seinen 18. Geburtstag und gemeinsam mit Zivi Johannes war er am Samstag auch nach Olpe gereist, um die Eröffnung mit zu feiern. Er leidet an einer schleichenden Muskelerkrankung und ist immer mehr auf Hilfe angewiesen. Alexander hat den Tag sehr genossen und freut sich schon jetzt auf Olpe. Dann allerdings im Jugendhospiz.

Gerhard HAUSEN

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