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Von der Werkstatt ins Rathaus

14.11.2011 | 16:42 Uhr
Von der Werkstatt ins Rathaus
Am Werthmann-Arbeitsplatz im Rathaus (von links): Thomas Meinerzhagen vom Olper Tiefbauamt, Günter Rotthoff, Integrationsassistent der Werthmann-Werkstätten, Bürgermeister Horst Müller, Josef Ebbert, Dr. Matthias Heider (CDU) und Andreas Mönig, Leiter der Werthmann-Werkstätten.

Olpe. Die Integration von Menschen mit Behinderungen findet nicht nur auf der Schulebene statt, sondern funktioniert auch im Berufsleben. Ein gutes Beispiel dafür ist Josef Ebbert. Seit einem Jahr bekleidet er eine Außenarbeitsstelle der Werthmann-Werkstätten im Olper Rathaus.

Wie das im Detail funktioniert, erfuhr der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider bei einem Besuch vor Ort.

Josef Ebbert aus Drolshagen, seit 2009 bei den Werthmann-Werkstätten beschäftigt, absolvierte im Sommer 2010 absolvierte ein Praktikum bei der Stadtverwaltung Olpe. Daraus ergab sich eine Kooperationsvereinbarung zwischen den Werthmann-Werkstätten und der Stadt Olpe - seitdem digitalisiert der 27-Jährige in einem Büro der Stadtverwaltung Olpe Altakten des städtischen Tiefbauamtes.

Durch die intensive Begleitung des Integrationsassistenten Günter Rotthoff von den Werthmann-Werkstätten sowie dank der fachlichen Anleitung und kollegialen Begleitung durch den „Paten“ in der Verwaltung, Tiefbauamtsmitarbeiter Thomas Meinerzhagen, „gelingt Inklusion im Arbeitsleben vorbildlich“, loben die Werthmann-Werkstätten.

Lob vom Bürgermeister

„Herr Meinerzhagen unterstützt Josef Ebbert in seiner Funktion als Pate und damit als direkter Ansprechpartner vorbildlich“, bestätigt Günter Rotthoff die vorbildliche Zusammenarbeit des Beschäftigten mit dem Mitarbeiter der Olper Stadtverwaltung.

Josef Ebbert erklärte Dr. Matthias Heider seinen Aufgabenbereich und die Abfolge der damit verbundenen Tätigkeiten: Altakten sortieren, Bedienen des Scanners, Einordnen in die hauseigene Software.

„Ich fühle mich hier sehr wohl, mir macht die Arbeit großen Spaß und ich hoffe, ich kann auch im nächsten Jahr hier weiterarbeiten“, so der 27-Jährige im Gespräch mit Bürgermeister Horst Müller, Dr. Matthias Heider und Andreas Mönig als Leiter der Werkstätten.

Bürgermeister Müller lobt die Arbeit von Josef Ebbert ausdrücklich: Längst nicht jeder könne diese Tätigkeit so gut ausführen könne und möglicherweise werde Josef Ebbert auch noch an anderer Stelle eingesetzt, wenn die Altakten vollständig digitalisiert sind.

Andreas Mönig erklärte, dass mittlerweile 20 Menschen aus der Werkstatt in unterschiedlichsten Bereichen wie Industriebetrieben, öffentlichen Verwaltungen und sozialen Einrichtungen auf einem Außenarbeitsplatz arbeiteten - Tendenz steigend.

Inklusion beinhaltet die Gleichwertigkeit und Zugehörigkeit von Menschen mit und ohne Behinderungen in allen Lebensbereichen.

Die Werthmann-Werkstätten arbeiten mit dem inklusiven Ansatz „Arbeit möglich machen“ in ihrem Leitbild und mit dem Angebot ihrer Abteilung „eXtern“. Hier geht es um die Vermittlung von Menschen mit Behinderungen auf Außenarbeitsplätze, perspektivisch auch in sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.

Erstes Netzwerktreffen

Somit wird auch die UN-Konvention 2008 über die Rechte von Menschen mit Behinderungen umgesetzt, in der es heißt, dass Menschen mit Behinderungen dort arbeiten können und sollen, wo alle anderen Menschen auch arbeiten; und sie sollen selbst entscheiden, wo sie arbeiten wollen.

Dr. Matthias Heider konnte sich ein Bild davon machen, wie wichtig solche Außenarbeitsplätze bei der Umsetzung der Inklusion im Arbeitsalltag sind. Der Bundestagsabgeordnete erklärte sich gern dazu bereit, auch an anderer Stelle für die Einrichtung solcher Außenarbeitsplätze zu werben: „Die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen im ersten Arbeitsmarkt muss ein gesellschaftliches Ziel sein.“

Wichtig für die Ermöglichung von Inklusion im Arbeitsmarkt ist der Auf- und Ausbau eines Netzwerkes mit Betrieben, öffentlichen Verwaltungen und sozialen Einrichtungen im Kreis Olpe. Um einen Einblick in schon existierende Außenarbeitsplätze und die Kooperation mit den Partnerbetrieben und –einrichtungen zu geben sowie Möglichkeiten zur Umsetzung im eigenen Betrieb aufzuzeigen, organisieren die Initiatoren ein erstes Netzwerktreffen. Es findet am 24. November in der „Politischen Akademie“ in Neu-Listernohl statt.

Weitere Informationen unter 02722/ 9212025 oder auf www.werthmann-werkstaetten.de im Internet.

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