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Windenergie

Störende Geräusche und Licht wie auf dem Rummel

23.01.2015 | 18:21 Uhr
Störende Geräusche und Licht wie auf dem Rummel
Die Rehringhauser leiden jetzt schon unter den Beeinträchtigungen durch Windräder.Foto: Thomas van de Wall

Rehringhausen.   Geräusche, die den Schlaf rauben, und Schattenfall sind Beeinträchtigungen durch Windräder, die die Rehringhauser heute schon erdulden.

„Am schlimmsten ist es abends und nachts, wenn es im Dorf ruhiger wird“, erzählen Jutta Ohm und die Eheleute Bauer. Sie wohnen in Rehringhausen weniger als einen Kilometer von den nächsten Windrädern entfernt. Als Anlieger könne man nicht einmal im Sommer mit offenem Fenster schlafen. „Das ist ein Geräusch wie eine Druckschallwelle, ein ganz tiefes Wusch-Wusch“ versuchen sie die Belastung zu beschreiben.

„Wenn Besucher im Ort das hören, sagen sie regelmäßig, so hätten sie sich das nicht vorgestellt“, sagt Gerhard Bauer. Selbst in Stachelau höre man noch die Windgeräusche.

Hinzu komme der Schattenschlag und der Infraschall, der auch in zehn Kilometer Entfernung noch Auswirkungen auf die Gesundheit haben soll (siehe Bericht unten), sowie die Tatsache, dass 200 Meter hohe Windräder so beleuchtet sind, dass es im Dunkeln aussehe wie auf einem Rummelplatz, verweist die BI auf das Erscheinungsbild eines Windparks in der Nähe von Simmern (Soonwald).

100 Mitglieder

Jutta Ohm, Birgit und Gerhard Bauer gehören zur BI Rehringhauser Berge, die sich weiter gegen neue Windräder rund um das idyllische Dorf wehren will. Daran lassen auch BI-Vorsitzender Christof Gerhard sowie die Vorstandsmitglieder Christina Gerhard, Siegfried Hoberg und Rudolf Ottersbach keinen Zweifel. Sechs Windräder sind genug, sagen sie und dass die Stimmung in der Bürgerinitiative gut sei. 100 Mitglieder machen mit dem Vorstand Front gegen neue Windräder, längst nicht nur Rehringhauser. Im Dorf (400 Einwohner) gibt es 218 Wahlberechtigte. Grund für die BI, mit der Mitgliederzahl zunächst zufrieden zu sein.

Und was sagen sie zu den Vorwürfen, sie würden das Dorf spalten? Der komme nur aus anderen Dörfern, ist sich der BI-Vorstand einig, denn in Rehringhausen gingen „nur bei diesem Thema die Meinungen auseinander“ - quer durch die Generationen. Mitglied in der BI sind sowohl junge Leute als auch ältere, die - so Hoberg - „an die Zukunft der Kinder denken“. Und natürlich könne man mit denen reden, die sich - zur Zeit - noch zurückhalten würden, und auch mit den Befürwortern der Windkraft, nur eben nicht über die Ziele der BI.

In einem ist sich der Vorstand einig. Gerhard Bauer formuliert es so: „Hätten wir nichts gesagt, wären die Dinger heimlich, still und leise dahin gekommen.“ Dabei hätten die Rehringhauser ihren Beitrag zur Energiewende mit den vorhandenen Windrädern doch schon erbracht. Jetzt seien im Zuge der Gleichbehandlung andere an der Reihe, meint die BI.

Was ihre Erfolgschancen angeht, sind sie optimistisch. „Sonst könnten wir ja einpacken“ sagen sie und verweisen auf NRW-Umweltminister Remmel, der eingeräumt habe, dass Arnsberg bei der Ausweisung von Flächen ein bisschen vorgeprescht sei. Christof Gerhard sieht das Hauptproblem in den fehlenden Speicherungsmöglichkeiten. Er ist sicher: Würde man das Geld, dass die künftigen Windkraftanlagen kosten, in Speicherkapazitäten stecken, brauchte man keine neuen Windräder. Dann würde der jetzt über Wind- oder Solarenergie erzeugte Strom für die Versorgung ausreichen, ist sich Gerhard sicher.

17 Bürgerinitiativen

Im Dorf fühlt sich die BI politisch zwar allein gelassen. Auf Regierungsbezirksebene allerdings ist der Rückenwind groß. Da gebe es insgesamt 17 Bürgerinitiativen gegen die geplanten Windrad-Vorrangzonen. Auch im Internet könne man sich schlau machen, was mit und durch Windräder passieren könne, verweist die BI auf youtube (https://www.youtube.com/watch?v=OUpnPAMDLY8 - Windrad-Explosion und https://www.youtube.com/watch?v=uR-if9SzUnY - „Vogel versus Windrad“). Infos finde man auch in „Der grüne Blackout“ von Alexander Wendt (Warum die Energiewende nicht funktionieren kann).

Eine Busfahrt zur Windparkanalge nach Soonwald plant die BI am Sonntag, 14. März. Auch dazu gibt es eine Doku auf youtube (https://www.youtube.com/watch?v=6zANEiD1fTc).

Herbert Kranz

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Störende Geräusche und Licht wie auf dem Rummel
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2015-01-23 18:21
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