Stimmen Sie mit Nein
10.01.2011 | 17:28 Uhr 2011-01-10T17:28:00+0100
Olpe.Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Olpe ruft die Olper Bürger und Bürgerinnen dazu auf, sich am Bürger entscheid über einen Bestattungswald zu beteiligen. Gleichzeitig fordert sie die Kreisstädter allerdings dazu auf, mit „Nein“ zu stimmen.
In der Stellungnahme der CDU-Fraktion, heißt es:
„Seit vielen Monaten schon wird die Frage nach einem ,Bestattungwald’ in unserer Stadt diskutiert. Vertreter der privaten Anbieter ,Friedwald’ und ,Ruheforst’ haben sich in Olpe umgesehen und keine Fläche gefunden, die ihren Ansprüchen genügte. Ein Gutachten wurde erstellt, das, zugeschnitten auf Olper Erfordernisse, zwei Waldflächen als geeignet ansah.
Nach intensiver Diskussion hat sich die CDU-Fraktion dennoch dazu entschieden, gegen die Errichtung eines Bestattungswaldes in der Trägerschaft der Kreisstadt zu stimmen. Nachdem das Bür-gerbehren, das auf die Errichtung eines solchen Waldes in Sondern abzielte, die erforderliche Anzahl von Unterschriften erreicht hatte und sich der Stadtrat mit dem Bürgerbegehren befassen musste, hat die CDU-Fraktion wiederum dagegen gestimmt, nicht allein, sondern auch die FDP-Fraktion und Bürgermeister Horst Müller entschieden sich genauso. Wir wollten, dass es zum Bürgerentscheid kommt und damit diese wichtige Entscheidung nun ganz in Ihre Hände gelegt wird.
Folgen bedenken
Die CDU-Fraktion hat sich u.a von folgenden Überlegungen leiten lassen:
1.Selbstverständlich unterliegt die Bestattungsform der Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger und muss respektiert werden. Aber es müssen die Folgen bedacht werden, die sich für die Kommune einerseits und die Bürgerinnen und Bürger andererseits ergeben. Der Betrieb eines kommunalen Friedhofs gehört zu den Aufgaben der Daseinsfürsorge einer Kommune. Eine Kommune ist aber nicht verpflichtet, alle individuell gewünschten Beisetzungsarten anzubieten. Vielmehr ist es ihre Aufgabe, Beisetzungsarten vorzuhalten und weiterzuentwickeln, die zu vertretbaren Gebühren den Bedarf abdecken.
Finanzielle Belastung
2.In Olpe würde sich die Situation ergeben, dass in Sondern, zu den bestehenden Friedhöfen, ein neuer, räumlich davon getrennter Bestattungsort geschaffen würde. Dies würde die Kommune wegen notwendiger Investitionen und auch wegen der dauerhaften Unterhaltung finanziell belasten. Dazu würde die Wirtschaftlichkeit der Unterhaltung der kommunalen Friedhöfe beeinträchtigt werden. Denn die Kosten für ihren Betrieb müssten ja trotz einer voraussichtlichen Abnahme der Bestattungen weiterhin aufgebracht werden. Und dies alles in einer Zeit, in der die finanzielle Lage der Kommune sehr schwierig ist und die Bürgerinnen und Bürger immer mehr finanziell zum Haushaltsausgleich herangezogen werden müssen. Im Grunde kommt die Forderung nach einem Bestattungswald, so gesehen, zur Unzeit.
3.Auf dem Olper Kommunalfriedhof gibt es bereits jetzt viele unterschiedliche Bestattungsmöglichkeiten, angefangen von den traditionellen Sargbestattungen in unterschiedlichen Arten über Urnenbestattungen in ebenfalls differenzierten Arten bis hin zu anonymen Bestattungen. Wenn als Hauptmotiv für den Wunsch der Beisetzung in einem Bestattungswald immer wieder genannt wird, ein pflegefreies Grab zu haben, so muss bei der Weiterentwicklung des Friedhofs darauf Bezug genommen werden. Genau dies geschieht bereits: Bestattungen in pflegefreien Urnengräbern können bereits durchgeführt werden, Bestattungen in pflegefreien Grabkammergräbern sollen hinzukommen. Daneben wird eine eigene Bestattungsfläche für sog. „Sternenkinder“ angelegt werden. Der parkähnliche Charakter soll weiter ausgebaut werden. Damit wird ein äußerst vielfältiges Angebot an die Bürgerinnen und Bürger gemacht.
„Orte der Lebenden“
4.Friedhöfe erfüllen in einer Kommune eine wichtige Funktion. Sie sind ja nicht nur der Ort, mit dem die Kommune eben ihrer Pflicht im Rahmen der Daseinsvorsorge nachkommt. Sie sind auch Orte der Trauerbewältigung und der Kommunikation. Sie sind ,Orte der Lebenden’.
Sie sind Teil einer in Jahrhunderten gewachsenen, bewährten Bestattungskultur. Wir wissen, dass für viele Bürgerinnen und Bürger in Olpe diese Bestattungskultur ihrem christlichen Glaubensverständnis entspricht.
Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Olpe ruft Sie dazu auf, sich am Bürgerentscheid zu beteiligen. Sie hofft, dass Sie sich von den Argumenten gegen einen kommunalen Bestattungswald in Olpe überzeugen lassen. Sie bittet Sie, daher mit „Nein“ zu stimmen. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Olper CDU (www.cdu-olpe.de), darunter auch die offizielle Stellungnahme der CDU-Fraktion im Rahmen des Bürgerentscheids sowie den Flyer, den wir für die Öffentlichkeit entwickelt haben.“
16:51
Teurer oder nicht - darum gehts doch überhaupt nicht. Fakt ist, dass in dem Bürgerentscheid eine exakte Frage mit Ort gestellt werden musste! Der einzig verbleibende mögliche Ort war Sondern. Die Initiative hätte wahrscheinlich gerne pauschaler gefragt, das geht aber nicht.
Über eine Wahlbenachrichtigung welche nur dazu da ist, mir zu erlauben einen Wahlschein zu bestellen ärgere ich mich masslos. Es ging und geht der CDU um die Behinderung von demokratischen Verfahren, sonst nichts.
Es ist die nackte Angst vor der Bürgermeinung, weil diese ja anders ausfallen könnte als die, welche wir von der CDU aufgedrückt bekommen sollen - und gefälligst abzunicken haben.
08:59
Liebe Dörflerin, eine Urnenwahl ist eindeutig teurer als eine Breifwahl. Und über eine Wahlbenachrichtigung beschweren Sie sich doch auch nicht, wenn es zur Kommunalwahl oder zu einer sonstigen Wahl geht. Also was soll diese Unsachlichkeit.
Richtig ist, dass es viele Menschen gibt, die eine Wald-/Baumbestattung befürworten. Aber hier geht es doch nicht um das. Es geht alleine darum ob die Stadt eine Trägerschaft dafür übernehmen soll. Jeder, der möchte, kann heute schon im Wald beerdigt werden.
Bevor Sie sich so festlegen sollten sie sich mal Vorort den Wald um den Sonderner Friedhof ansehen. Der ist werder topographisch einfach noch mit einem Rollator oder gehbeschränkt leicht eingängig.
Also wie soll da ein Ort der Lebenden entstehen, wenn er nicht einfach zu begehen ist.
Ich bin wirklich nicht gegen einen Bestattungswald, aber an der Stelle macht er wirklich nur ganz wenig bis keinen Sinn.
21:48
@ #3: Sondern liegt nicht an einer Bundesstraße sondern an der Landstraße 512 ...
16:01
Erst habe ich mich gefragt, warum die CDU einen Flyer drucken lässt, wenn die WP ja doch alles 1 zu 1 abdruckt, und wollte mich schon über den Qualitätsjournalismus lustig machen ... Nun bin ich aber ganz froh, dass die Überlegungen, von der sich die CDU-Fraktion so leiten lässt, im Wortlaut nachzulesen sind. So muss man wohl fabulieren, wenn einem nichts Stichhaltiges einfällt oder man seine eigentlichen Beweggründe nicht sooo gerne preisgibt. – Wir (allein) wissen, was für unsere Bürgerinnen und Bürger gut und richtig ist und lassen uns von gerade mal 2600 unchristlichen Aufsässigen doch nicht unsere schöne Planung kaputt machen!
13:09
Es ist unfassbar, wie hier der Bürgerwille ignoriert wird. Und noch schlimmer ist es, wie die Kosten dieser Angelegenheit künstlich in die Höhe getrieben werden. Nicht nur die Vorgehensweise, die durch die regierende Partei kostspielig verkompliziert wurde regt mich hierbei auf, sondern auch die Umsetzung.
Beispiel: Ich bin zum Anfang des Jahres in eine Nachbargemiende gezogen. Da ich mich pünktlich umgemeldet habe, habe ich keine Aufforderung zur Anforderung der Wahlunterlagen erhalten. Trotzdem wurde ich in den letzten Tagen von einem Brief in meinem Briefkasten überrascht. Gesendet wurde er an meine alte Adresse (Nachsendeauftrag):
Mit Wirkung vom...wurden Sie aus dem Verzeichnis der Abstimmungsberechtigten...für den Bürgerentscheid am 30.01.2011 gestrichen. Grund: Wegzug der Person am...
Frankiert mit 0,55€. Hat diesen Brief etwa jeder erhalten, der in den letzten Tagen umgezogen ist?
Ich bin mal gespannt, wie hoch die Kosten am Ende sein werden. Und wie das dann wieder der Opposition angelastet wird, weil die jaden Bürgerentscheid gefordert hat.
Meine Theorie: Das Geld, das hier verpulvert wird, um einen bereits festgestellten Bürgerwillen noch einmal festzustellen, hätte ausgereicht die Mehrkosten für die Umwandlung des Waldes in einen Waldfriedhof zu decken.
12:56
Noch ein bisschen mehr Fakten gefällig: Die CDU alleine hat 2008 die Satzung zu den Bürgerentscheiden so abgeändert, dass ein Mitstimmen nur mit viel Aufwand verbunden ist. Warum hat Sie das geamacht? Es war die nackte Angst, noch einmal so eine Häme ertragen zu müssen, wie damals als es ums Freibad ging. Da durfte noch jeder einfach ins Wahllokal gehen - war ja viel zu einfach und viel zu risikoreich für díe selbsternannten Hüter der Moral und Inhaber der Macht.
Verlogen und scheinheilig rufen sie jetzt dazu auf, dass die Bürger mitstimmen sollen. Warum wohl? Es geht schon wieder die Angst um evtl. einen Bürgerentscheid zu verlieren. Dann muss die CDU diesen wieder für 2 Jahre aussitzen um das Votum dann doch nicht umzusetzen.
Das ist und bleibt der einzige Grund für diesen Aufruf. Wie gesagt: Scheinheilig und verlogen.
20:33
Also mal schön bei den Fakten bleiben und die Beleidigungen sein lassen.
Ich kann in den Beiträgen vor Ihrem eigenen keinerlei Beleidigung erkennen.
Es ist lediglich Ausdruck gelebter Demokratie, dass Bürger der Stadt Olpe, die nicht zu den Befürwortern der ihnen nach Gutsherrenart vorgesetzten bzw.aufgedrückten Entscheidungen gehören, ausnahmsweise außerhalb einer politischen Wahl ihre Meinung öffentlich kundtun dürfen. Und die auch nicht in Siegen, Crottdorf oder Hilchenbach begraben sein wollen, sondern im Stadtgebiet ihres Heimatortes.
Und noch etwas:
Sie sind auch Orte der Trauerbewältigung und der Kommunikation. Sie sind ,Orte der Lebenden’.
Genau so ein Ort kann ein Bestattungswald auch sein.Trauerbewältigung ist eine persönliche, mentale Sache, keine von Ort oder Grabstein. Für den Einen die Erde, den Anderen das Feuer oder die See und für Sondern bitte die Bäume.
Aber es ist verständlich, dass die Obersten dem Volke diese Depesche vorlegen...man sieht die Felle schwimmen, und manch einer im niederen Volke tut kund, dass es ihm ums Aufbegehren gehe und erst dann um die Ruhestatt am schatt´gen Plätzchen.
Und das ist gut so!
18:14
Baumbestattungen sind in der Umgebung doch möglich. Ob nun in Crottdorf, Hilchenbach oder Siegen. Wo ist da der Unterschied zu Sondern? Doch nur der, dass der Sonderner Wald direkt an einer Bundesstraße liegt.
Also mal schön bei den Fakten bleiben und die Beleidigungen sein lassen.
17:42
Eine derart große Ansammlung von Arroganz, Inkompetenz und Ignoranz schreit schon zum Himmel. Hoffentlich zeigen die Olper Bürger dieser selbverliebten Truppe endlich mal vom wem die Macht im Staat ausgeht.
16:24
Meine Güte, was für schlechte Argumente:
- Bürger fordern eine alternative Bestattungsform. Die Beamten argumentieren dagegen, dass die alte Form ja die ist die von den Bürgern gewünscht wird. Das bedeutet doch nur, dass die Beamten die Wünsche ingnoriert, oder?
- Man befürchtet steigende Kosten, obwohl die neue Form eindeutig günstiger ist. Die bedeutet doch nur, dass die Stadt nicht bereit ist zu spraren, selbst dann nicht, wenn es die Möglichkeit gibt. Typisch Beamte: wenn man mit dem Geld nicht auskommt müssen wir eben die Abgaben erhöhen, weil sparen macht ja keinen Spass.... :-(
Es ist unglaublich, wie ignorant die Politik in Olpe ist!