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Senf-Macher ziehen nach Attendorn

16.01.2012 | 17:37 Uhr
Senf-Macher ziehen nach Attendorn
Sylvia Hilsmann zeigt einige ihrer zahlreichen Senf-Sorten. Nach drei Jahren kehren die Hilsmanns Drolshagen den Rücken, gehen nach Attendorn.

Drolshagen/Attendorn.Nach knapp drei Jahren ist das Intermezzo des Sauerland-Senf-Ladens am Drolshagener Marktplatz (wir berichteten) schon wieder beendet: Volker und Sylvia Hilsmann, die in Drolshagen Senf in allen Variationen selbst herstellen, kehren der Stadt den Rücken und lassen sich in Attendorn nieder. Grund für den Weggang, so Hilsmann, sei aber nicht fehlendes Kunden-Interesse.

„Wir haben uns hier wohl gefühlt. Der Umsatz ist in den drei Jahren, in denen wir jetzt hier sind, um fast 80 Prozent gestiegen. Viele unserer Kunden waren auch enttäuscht, dass wir weggehen“, sagt Sylvia Hilsmann. Der Vermieter habe sich aber entschieden, das Ladenlokal an die benachbarte Provinzial-Filiale zu vermieten.

Hilsmann: „Wir werden uns in Attendorn niederlassen, vermutlich in der Nähe der Atta-Höhle.“ Der Standort sei zwar weniger zentral, aber zuletzt hätten sich auch zunehmend Vereine und größere Gruppen zur Senf-Führung angemeldet, so dass Busparkplätze in der Nähe nützlich sein könnten.

Um die Senf-Attraktion zu steigern, wolle man noch einmal investieren: „Wir bekommen noch in diesem Jahr eine Senfmühle, dann werden wir auch das Senfmehl selbst herstellen.“ Bisher produzierten die Hilsmanns ihren Senf aus geliefertem Mehl, jetzt kommen die Senfkörner direkt vom Bauern. Die Liste der Senfsorten ist mittlerweile fast unendlich: Vom Bier- über den Honig- und Basilikum-Senf bis zum Schokoladensenf ist alles vertreten. Schokoladensenf? Wer hier das Gesicht verzieht, dem entgegnet Sylvia Hilsmann: „Den müssen Sie probieren. Wer ihn in unserem Geschäft einmal gekostet hat, der hat ihn bisher immer mitgenommen.“ Und dabei handelt es sich nicht um einen Etikettenschwindel, sondern tatsächlich um Senf mit richtigen Schokostückchen.

Neuester Coup der Wahl-Blecher, die beide in Dortmund geboren sind: „Wir verhandeln mit Borussia Dortmund über die Produktion eines Borussia-Senfs.“ Das werde - natürlich - ein Curry-Senf - knallgelb mit schwarzem Deckel obendrauf, der vom BVB möglicherweise auch ins vereinseigene Merchandising-Programm aufgenommen werde.

Wann und wo der neue Senf-Laden in Attendorn eröffne, so Sylvia Hilsmann, stehe noch nicht fest, aber: „Wir schreiben alle Stammkunden an und informieren auf www.sauerlandsenf.de im Internet.“

Die Provinzial-Agentur plant indes, das derzeitige Senf-Ladenlokal neu zu gestalten und komplett umzubauen. Agentur-Leiter Christian Haas verspricht sich langfristig bessere Möglichkeiten: „Der neue Standort bietet uns eine weitaus bessere Perspektive.“ Die neuen Räumlichkeiten in ,Steinwurf-Weite’ könnten heller und kundenfreundlicher gestaltet werden, wobei Haas im Gespräch mit unserer Zeitung Wert darauf legte, dass ausschließlich heimische Handwerker mit den Arbeiten betraut würden.

Im Mai will die Provinzial mit ihrer weiterhin sechsköpfigen ,Mannschaft’ ihre dann neue Agentur der Öffentlichkeit präsentieren.

Gerüchte, die Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden werde die jetzigen Provinzial-Räumlichkeiten übernehmen, bestätigte Bank-Vorstandsmitglied Wilhelm Rücker gestern übrigens nicht: „Es hat mal ,lockere Gespräche’ gegeben, mehr nicht.“

Josef Schmidt

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