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Pfarrer läuft 50 Kilometer um den Biggesee für Sanierung des Gotteshauses

24.06.2012 | 15:44 Uhr
Pfarrer läuft 50 Kilometer um den Biggesee für Sanierung des Gotteshauses
Auch mental fit: Pfarrer Wolfgang Schaefer lief 50 Kilometer um den Biggesee. Mit seinem Spendenlauf setzt er ein Zeichen. Foto: WP

Olpe.   Pfarrer Wolfgang Schaefer reicht Bürgermeister Horst Müller einen Revolver. „Hier, Sie kennen das Ding“, sagt er. Um 9.45 Uhr fällt ein Schuss vor der evangelischen Kirche: der Startschuss für Pfarrer Schaefer. Der Marathonmann läuft los. Rund 50 kräftezehrende Kilometer liegen noch vor ihm, doch der Zweck verleiht Flügel: Wolfgang Schaefer läuft für „sein“ Gotteshaus.

Die evangelische Backstein-Kirche steht auf wackeligem Fundament. Eine halbe Million Euro werden die Sanierungsarbeiten verschlingen: Geld, das die evangelische Kirchengemeinde nicht hat. Mit seinem Spendenlauf will Pfarrer Schaefer nicht nur ein Zeichen setzen, sondern auch einen ersten finanziellen Beitrag zur Finanzierung der umfangreichen Arbeiten leisten.

Jeder, der helfen wollte, konnte den Marathonlauf für die Kirchensanierung mit einer beliebigen Summe pro gelaufenen Kilometer oder aber für den gesamten Lauf unterstützen. „Nach dem heutigen Stand“, sagt Wolfgang Schaefer kurz vor dem Start, „liegen Zusagen für mehr als 100 Euro pro Kilometer vor“. Macht summa summarum rund 5.000 Euro. Hinzu kommen noch die Einnahmen des Waffelstandes, der im Zielbereich vor dem Olper Hallenbad aufgebaut war.

Wenn’s um den Erhalt einer evangelischen Kirche geht, spenden dann eigentlich auch Katholiken? Eine Frage, die Doris Thieme am besten beantworten kann. „Ja, das tun sie“, sagt die Rendantin der Evangelischen Kirchengemeinde Olpe - und strahlt vor Freude. Sogar andere Kirchengemeinde hätten ihre Unterstützung angeboten.

Training beim Olper Teamcup

Der sportliche Pfarrer steht nicht zum ersten Mal in Laufschuhen. Bereits vor zehn Jahr hat er seinen ersten Marathon absolviert. Und damit’s auch beim Spendenlauf für die Sanierung klappt, ist er beim Olper Teamcup angetreten, hat einen Halbmarathon am Biggesee sowie einmal pro Woche einen langen Lauf absolviert und sich darüber hinaus mit Radfahren in Form gebracht.

Und, ganz wichtig: Für derart lange Distanzen ist richtiges Essen die Grundvoraussetzung. „60 bis 70 Prozent Kohlenhydrate“, erklärt Wolfgang Schaefer. 42,1295 Kilometer beträgt die offizielle Marathon-Distanz, doch er will im Schlussteil, wenn’s nach der Umrundung des Biggesees noch mehrere Male über die 3,4 Meter lange Strecke am Olper Obersee geht, die 50-Kilometer-Marke knacken.

„Wenn Engel laufen, wird alles gut“, hofft Doris Thieme auf einen problemlosen Marathon. Doch auch Engel brauchen mitunter Beistand. Deshalb ist Wolfgang Schaefers Frau Doris (47) mit von der Partie. Während ihr Mann sich per pedes abstrampelt, tritt sie in die Pedale. In die Satteltasche hat sie Wasser und ein paar Energieriegel gepackt. Und wenn, was auch bei Geistlichen vorkommen soll, ein innerer Drang das Aufsuchen eines Gebüschs gebietet, dann ist sie auch für diesen Fall gerüstet.

Hochachtung vor Spendenmarathon

„Lasst uns eine Kirche bauen“, singen die Kindergartenkids auf den Treppen des sanierungsbedürftigen Gotteshauses. Pfarrer Wolfgang Weiß begleitet sie auf der Gitarre. „Heute ist ein ganz besonderer Sonntag“, sagt er, dann tritt Olpes Bürgermeister Horst Müller in Aktion.

„Jetzt wird’s gefährlich“, scherzt Müller: „Ich stehe zum ersten Mal vor der Kirche und habe eine Waffe in der Hand.“ Die ganze Stadt Olpe habe „große Hochachtung vor dem, was Sie tun“, zollt er dem Marathonpfarrer Anerkennung. „Ich hoffe, dass das Geld zusammenkommt, damit die Kirche erhalten bleibt“: Mit diesem Wunsch gibt Müller den Spendenmarathon frei.

Michael Alexander

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