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Parkmisere bleibt Dauerbrenner in Olpe

31.05.2012 | 17:07 Uhr
Parkmisere bleibt Dauerbrenner in Olpe
Das Schild ist weitgehend nutzlos. Viele Berufstätige parken vor dem Olper Freizeitbad.

Olpe.   Die Köpfe rauchen seit Monaten, aber eine für alle befriedigende Lösung, da sind sich die Verantwortlichen bei Stadt und Bäderbetrieben offenbar einig, wird kaum zu finden sein: Die Rede ist von der Parkmisere in der Innenstadt.

Die trifft zunehmend auch die privaten Betreiber von Parkflächen, ob nun Kaufland, Kino oder - last not least - die Olper Bäderbetriebe (wir berichteten bereits). Hauptproblem: Dauerparker nehmen die Plätze ein, die eigentlich den Badbesuchern, den Einkaufswilligen oder den Kinobesuchern vorbehalten sind. Paradebeispiel Bäderbetriebe: „Die Situation ist so nicht zu akzeptieren. Wir müssen da was machen“, ärgert sich nicht nur Stadtwerke-Geschäftsführer Ingo Ehrhardt. Immer wieder komme es vor, dass Badbesucher Bäder und Saunabetriebe lobten, sich über das Park-Chaos aber heftig beklagten. Ehrhardt: „Wir beobachten sogar, dass manche einfach wieder umdrehen und uns als Badkunden verloren gehen.“ Genau das könne man auf Dauer nicht hinnehmen.

Handicap: Knöllchen verteilen dürfen die Privaten nicht, und abschleppen kann man nur den, dem man beweisen kann, dass er illegaler Dauerparker ist. In der Praxis: unmöglich.

Unterschiedliche Interessengruppen

Schon vor Monaten gab es Ideen, den Fremdparkern vorm Schwimmbad zu Leibe zu rücken. Im Aufsichtsrat wurde immer mal wieder diskutiert, zuletzt offenbar noch vor wenigen Tagen. Tragbare Lösungen wurden aber, so Recherchen dieser Zeitung, nicht gefunden.

Was nicht verwundert, denn eine Bezahl-Regelung müsste gleich einer Handvoll unterschiedlicher Interessengruppen gerecht werden: Den Besuchern des Bades, denen der Sauna, den Fußgängern, die ,nur mal gerade’ ums Vorstaubacken wandern oder eine Radtour starten wollen, den zahlreichen Gästen des Bootshauses Goldener Löwe, die mit dem Auto anreisen und so weiter und so fort.

Heißt: Mit einer Schranke, die beispielsweise für einen Euro hochgeht, den der Bad- und Saunabesucher mit dem Lösen der Eintrittskarte zurückbekommt, ist es nicht getan.

Ehrhardt: „Da sind sehr viele Dinge zu berücksichtigen, eine Ideallösung haben wir auch noch nicht.“ Für die nächste, spätestens die übernächste Aufsichtsratssitzung will der Geschäftsführer aber ein wohl durchdachtes Konzept vorlegen. Und das muss der Aufsichtsrat dann durchwinken.

Wichtigste Zielsetzung für Ehrhardt: „Gegen die Wanderer oder die Gäste des Bootshauses haben wir eigentlich nichts, in erster Linie sind es die Dauerparker, also Berufstätige, die ihr Fahrzeug den ganzen Tag bei uns abstellen.“ Aber wie den einen vertreiben und den anderen nicht verärgern?

Dass das nicht ohne Blessuren abgehen werde, weiß man auch im Olper Rathaus. Bürgermeister Horst Müller: „Eine hochkomplexe Gemengelage. Der Teufel steckt im Detail.“ Auch, wenn es eigentlich eine Angelegenheit der Stadtwerke bzw. der Bäderbetriebe sei, könne sich jeder vorstellen, wo das Beschwerde-Telefon klingele, „wenn der erste Bigge-Wanderer einen Euro für den Parkplatz zahlen soll.“

Ende Juni Erfahrungsbericht

Dabei ist auch den Verantwortlichen dort klar: Das Problem ist erst verschärft aufgetreten, seitdem es die Parkscheinautomaten gibt und die Parkhäuser abkassiert werden. Müller: „Ende Juni werden wir einen Erfahrungsbericht über die Situation seit der Aufstellung der Parkscheinautomaten geben.“

Josef Schmidt

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