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Bundesförderprojekt

Neue Brücke dank ,Wunderpulver’ Marke Zoz

02.08.2012 | 10:41 Uhr
Neue Brücke dank ,Wunderpulver’ Marke Zoz
Die alte zugewachsene, ehemalige Eisenbahnbrücke im Olper Rosenthal wird mit Spezialzement aus Hünsborn wieder zum Leben erweckt.

Hünsborn/Olpe. Es hat immer etwas von Daniel Düsentrieb und Erfindergeist, wenn Unternehmer Prof. Dr. Henning Zoz in sein Unternehmen nach Hünsborn einlädt: Zoz beschäftigt sich bekanntermaßen mit Nanotechnologie und präsentiert der verblüfften Öffentlichkeit in unregelmäßigen Abständen futuristisch anmutende Projekte. So auch gestern, als das international besetzte Zoz-Wissenschaftsteam in den neuen „FuturZement “ vorstellte. Während Zoz-Kritiker von Zeit zu Zeit handfeste Auswirkungen seiner Projekte anmahnen, konnte der Professor gestern gegenhalten: Eine zu Fuß und mit dem Rad überquerbare Brücke im Olper Rosenthal wird mit dem neuen FuturZement noch im September besagte ,handfeste’ Realität - darüber hinaus noch zwei Obelisken, einer davon neben der Brücke, der zweite möglichst auf dem Kreisverkehr in Hünsborn.

Der wissenschaftliche Clou an der Sache: Der mit Nanotechnologie hergestellte Zement, so beteuern die Hünsborner, sei genauso leistungsfähig wie der hochwertigste Dyckerhoff-Zement, aber deutlich umweltschonender. Grund: Es werde wesentlich weniger CO 2 produziert. Denn statt aufwändig hergestelltem Zement-Klinker (siehe Infobox) mischt Zoz seinem FuturZement ein Abfallprodukt aus der Stahlproduktion bei: schlichten Hüttensand. Der wird allerdings in einer Nano-Zoz-Maschine namens CM 20 so fein und speziell gemahlen, dass er anschließend höchsten Anforderungen entspricht. Versichert jedenfalls Prof. Dr. Henning Zoz.

Und der Mann wird zunehmend ernstgenommen - auch von höchster Stelle. Denn an dem fast eine Million ,schweren’ Förderprojekt beteiligen sich neben Zoz die Dyckerhoff AG, die Runkel Hochbau GmbH (Siegen), die Fuchs-Lubritech GmbH (Weilerbach) und die Universität Siegen. Und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) steuert immerhin eine halbe Million bei.

Grund für das Interesse aus Berlin, so der Professor, sei die immense CO 2-Einsparung. Fast zwei Drittel weniger CO 2 werde für den FuturZement benötigt - statt rund 520 kg pro Tonne Zement nur noch rund 190 kg. Und die Druckfestigkeit, so ist sich der Hünsborner sicher, „ist gut doppelt so hoch wie beim normalen Zement, den Sie im Baumarkt kaufen.“

Davon, dass die neue Brücke im Rosenthal „ewig hält“, ist er deshalb ebenso überzeugt wie von der Zukunftsfähigkeit seines Produkts überhaupt. Seine Mahlmaschinen habe er bereits etwa 50 mal verkauft. Mit der in Hünsborn laufenden Anlage könnten jährlich etwa 50 Tonnen ,Wunderpulver’ produziert werden - für rund 240 Kubikmeter Beton. Zoz mit der ihm eigenen Überzeugung: „Das wird nicht im Labor versickern.“ Denn auch wesentlich größere Anlagen seien kein Problem.

Zoz: „Natürlich wäre es schön, wenn schon Dyckerhoff eine solche, erheblich größere Anlage von uns kaufen würde.“

Bei der Stadt Olpe steht man dem vom BMBF geförderten Projekt positiv gegenüber. Tiefbauamts-Chef Josef Zeppenfeld: „Wir werden ja ohnehin mehrere Brücken im Zuge des neuen Radweges zwischen Drolshagen und Olpe für den Landesbetrieb Straßenbau, also für den Bund, erneuern.“ Und als Zoz eine Anwendungsmöglichkeit für seinen Zement gesucht habe, sei die Brücke im Rosenthal ins Blickfeld gerückt. Schöner Neben-Effekt: Die Betonplatte, auch, wenn sie nur einen kleinen Teil der Kosten ausmache, bekomme die Stadt bzw. der Bund vom Konsortium geschenkt.

Josef Schmidt

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2012-08-02 10:41
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