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Muslime fühlen sich wohl im Kreis Olpe

22.01.2015 | 17:10 Uhr
Muslime fühlen sich wohl im Kreis Olpe
Die Moschee in Olpe-LütringhausenFoto: Föst, Bastian

Kreis Olpe. Pegida-Demonstrationen, die vor einer angeblichen Islamisierung des Abendlandes warnen mit großem Zulauf zumindest im Osten Deutschlands, die extremistischen Terroranschläge in Paris mit mehreren Toten, die Warnungen vor möglichen Anschlägen islamistischer Gewalttäter in den Medien: Hat alles das einen Einfluss auf das Zusammenleben der muslimischen und der anderen Bürgern im Kreis Olpe?

Bei Nedim Kalembasi, dem Vorsitzenden des Arbeitskreises für Integration in Lennestadt, haben die Geschehnisse der letzten Wochen, insbesondere die islamfeindlichen Pediga-Demonstrationen „leichte Bauchschmerzen“ ausgelöst, wie er sagt. Diese aber eher wegen der Gesamtsituation in Deutschland und nicht wegen der Lage im Kreis Olpe. Kalembasi: „Ich habe keine Angst. Ich lebe seit 41 Jahren in Lennestadt, fühle mich hier wohl und sicher.“ Und das werde auch so bleiben.

Distanzierung von Extremismus

Unter den muslimischen Mitbürgern werde das Thema Pediga und Co. natürlich diskutiert. Irgendwelche Konsequenzen und Aktionen stehen aber nicht an. Kalembasi: „Wir distanzieren uns von allen extremen Gruppen. Verrückte gibt es im Islam und in anderen Religionen. Ich bin überzeugt, dass die große Mehrheit in Deutschland klar und nüchtern denken kann und die Pediga-Bewegung nicht unterstützt.“

Ramazan Kilic, Diplom-Sozialarbeiter des Bildungs- und Kulturvereins Wenden: „Man spricht auch bei uns über die Ereignisse.“ Aber auf die Atmosphäre habe dies keinen Einfluss, keiner fühle sich hier jetzt weniger sicher. Ältere islamische Mitbürger sind beunruhigt, weil sie nicht wissen, was die Pediga-Bewegung überhaupt wolle. „Die Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass der Islam zu Deutschland gehöre, hat viele beruhigt.“

Cevdet Aydin, Vorsitzender des Integrationsrates in Olpe: „Wir haben das Glück, dass wir in einer ländlichen Gegend leben, wo sich alle kennen und keiner fremd ist.“ Zwar habe er auch von Anfeindungen gehört, aber seien dies wohl Einzelfälle, motiviert durch Pegida oder Legida. Natürlich reden die Muslime auch in Olpe über das Thema. „Viele regen sich auf, aber man sollte das Thema runterkochen.“

Muslime Teil der Gesellschaft

Ramazan Olmaz, Vorsitzender des Finnentroper Moscheevereins, haben die Anschläge in Paris „voll getroffen“. Er kann verstehen, dass die Berichte über den Islamischen Staat oder El Kaida bei manchen Menschen Ängste weckten. „Wer uns kennt, weiß aber genau, dass das nichts mit uns zu tun hat. Wir wollen nur friedlich unsere Religion ausüben. Wir sind Teil der Gesellschaft und fühlen uns in Finnentrop gut aufgehoben“, stellt Ramazan Olmaz fest und plädiert für mehr Kommunikation zwischen Muslimen und Christen, nicht nur beim Tag der offenen Moschee.

Auch für Güner Avci aus dem Vorstand des Attendorner Moscheevereins ist das Zusammenleben nicht negativ beeinträchtigt. Er spüre vielmehr, „dass die Leute zu uns stehen“. Das liege auch an der sehr guten Integration im Kreis Olpe.

Volker Eberts und Peter Plugge

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2015-01-22 17:10
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