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„Russenmütze“

„Man sieht total dämlich aus“

30.11.2011 | 17:59 Uhr
„Man sieht total dämlich aus“
Mützenparade an der Ronnewinkeler Brücke: Links die grüne Fellmütze, daneben die glücklose Light-Version in Blau und rechts die Wollmütze der GdP.

Kreis Olpe. Warm ist sie ja, die „Uschanka“, doch tragen will die „Russenmütze“ niemand. Wenn die Polizeibeamten im Kreis Olpe mit ihrer ministeriell verordneten Dienstfellmütze auf Streife gehen, „dann fangen die Leute an zu lachen“, sagt der stellvertretende GdP-Kreisvorsitzende Ulrich Hochstein.

Deshalb spendierte die Gewerkschaft den heimischen Ordnungshütern gestern 100 selbst angeschaffte Wollmützen.

Die „Russenmütze“ treibt den Polizeibeamten schon seit Jahren den Schweiß der Verzweiflung auf die Stirn. „Wenn man die Seitenteile runterklappt, hört man nichts mehr und sieht total dämlich aus“, bringt Ulrich Hochstein die Verärgerung der Beamten auf den Punkt. „Dieses Theater läuft jetzt schon den dritten Winter.“

Mehrfach hat die Gewerkschaft der Polizei beim Innenministerium interveniert, doch ohne greifbaren Erfolg. Im letzten Winter nahm zwar ein Nachfolgemodell Anlauf auf die Polizei-Spinde, doch beim Praxistest im Kreis Olpe und bei zwei weiteren Kreispolizeibehörden fiel die Mütze durch. Immerhin: Im Gegensatz zur grünen „Russenmütze“ war sie blau - so wie die Uniform der Ordnungshüter. Blau wurden aber auch die Ohren der Testbeamten - vor lauter Kälte.

Also doch die „Uschanka“? „Die alte Russenmütze, von der es auch eine blaue Version geben soll, ist überhaupt nicht mehr lieferbar“, berichten Ulrich Hochstein und sein GdP-Stellvertreterkollege Achim Henkel. So richtig traurig sind sie darüber aber nicht.

Doch der Winter ist im Anmarsch und die Beamten brauchen eine warme Kopfbedeckung. Allerdings eine, die „sowohl von ihnen selbst als auch in der Bevölkerung akzeptiert wird“, so die Gewerkschafter.

GdP-Kreisvorsitzender Wolfgang Beerman: „Vor allem für unsere Kolleginnen und Kollegen im Wach- und Wechseldienst, die bei jedem Wetter draußen Dienst tun, wird die Situation ohne brauchbare Wintermützen unnötig verschärft, wenn es wieder zu einem ähnlichen Kälteeinbruch kommt wie in den vergangenen beiden Jahren.“

Um das zu verhindern, griff die GdP in die Gewerkschaftskasse und ließ eigene Kopfbedeckungen anfertigen: Wollmützen mit Polizei-Aufdruck.. Unter dem Motto „Wir lassen niemanden in der Kälte stehen“ wurden sie gestern überall in NRW verteilt. An der Ronnewinkeler Talbrücke vor den Toren der Kreisstadt übergab Klaus Hochstein die ersten Exemplare für die Polizeibeamten im Kreis Olpe.

„In den anderen Bundesländern sind diese Mützen schon erlaubt - nur bei uns nicht“, wundert sich Hochstein. „Ich bin mal gespannt, was passiert, wenn wir die jetzt offiziell tragen.“

Michael Alexander

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Kommentare
02.12.2011
15:31
Naja...
von ste.engels | #1

...ob die Wollmützen jetzt dem Charakter des Polizisten als Staatsdiener gerecht werden, könnte man aber schon bezweifeln. Sieht etwas nach Sicherheitsdienst aus. Wie wäre es denn vielleicht mit den großartigen britischen Bärenfellmützen? ;-)

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