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Rechtsextremismus

Lob vom Staatsschutz nach Rauswurf von rechten Schützen

27.06.2013 | 21:28 Uhr
Lob vom Staatsschutz nach Rauswurf von rechten Schützen
Nicht nur von anderen Schützenvereinen, auch vom Staatsschutz gab's Lob für den Vorstand der St. Antonius-Schützenbruderschaft in Wenden-Gerlingen: Der hatte schnell reagiert, als bekannt wurde, dass drei Jungschützen rechte Parolen verbreiteten - und das Trio aus dem Verein geworfen.Foto: WAZ Foto/Pool

Wenden/Hagen.   Der Vorstand der St. Antonius-Schützenbruderschaft in Wenden-Gerlingen hat drei Jungschützen ausgeschlossen, die rechte Parolen verbreitet haben. Alles richtig gemacht, heißt es beim Staatsschutz: Der ermittelt jetzt wegen des Verdachts der Volksverhetzung.

Staatsschützer müssen von Amts wegen in den unterschiedlichsten Kreisen ermitteln, wenn es um die Verbreitung und Verharmlosung rechten Gedankenguts geht. Bei einem Schützenverein musste Matthias Stascheit, Leiter des Staatsschutzes bei der Polizei Hagen, bis zum Rauswurf dreier Jungschützen bei der St. Antonius-Schützenbruderschaft in Wenden-Gerlingen (Kreis Olpe) noch nicht wegen Volksverhetzung tätig werden. „Probleme gab es bislang nur, wenn Rechte verdeckt Schützenhallen für Feiern angemietet haben.“

Die drei Schützen im Alter zwischen 17 und 20 Jahren hatten sich in dem Kurznachrichtendienst „WhatsApp“ zu einer Gruppe zusammengeschlossen. Die Beschuldigten, so Stascheit, hätten darin mehrmals Bezug auf Hitler genommen: „Sie äußerten sich lobend über Recht und Ordnung während der NS-Diktatur, unter anderem mit der Formulierung ,Unter Adolf wäre das nicht passiert’.

Sondersitzung des Vorstands

Als dem Schützenvorstand die rechten Entgleisungen im Internet zugetragen wurden, kam er kurzfristig zu einer Sondersitzung zusammen und beschloss den Rauswurf der jungen Männer. Der unmissverständliche Hinweis: Man distanziert sich von jeglichem politisch extremen Gedankengut und duldet solche Ansichten nicht.

Rechtsextremismus
Rechte Parolen von Jungschützen in Gerlingen - Rauswurf

Sie sollen unter anderem in sozialen Netzwerken mit rechten Parolen aufgefallen sein. Drei Jungschützen aus Gerlingen im Kreis Olpe offenbarten so ihre braune Gesinnung. Den Schaden hatte die Schützenbruderschaft St. Antonius. Deren Vorstand griff durch und reagierte mit dem sofortigen Rauswurf.

Brudermeister Klaus Welter hat seit der Entscheidung viel Lob von anderen Schützenvereinen erhalten. „Es gibt im gesamten Sauerländer Schützenbund keine Lobby für Rechtsradikale“, betont er und kann seine Enttäuschung über das Verhalten des Trios nicht verhehlen. „Das sind eigentlich top Jungs aus gutem Hause.“ Andere Mitglieder der „WhatsApp“-Gruppe der Jungschützen hätten die Drei eindringlich gebeten, die rechten Parolen zu unterlassen. „Die haben trotzdem weiter gemacht.“

Für den Oberst des Schützenkreises Olpe, Martin Tillmann, war der Rauswurf die richtige Reaktion: „Der Vorstand hat konsequent gehandelt und Flagge gezeigt.“ Dem erfahrenen Schützen sind ähnliche Vorfälle noch nicht zu Ohren gekommen. Sein Urteil steht: „Wehret den Anfängen!“

Rechte Gesinnung oder jugendlicher Tabubruch?

Staatsschützer Stascheit begrüßt auch das schnelle Handeln: „Der Vorstand hat alles richtig gemacht. Er hat klargestellt, dass man als Verein so etwas strikt ablehnt.“ Die Ermittlungen laufen jetzt auf zwei Ebenen ab: Als Strafverfolgsbehörde bearbeitet man das konkrete Delikt der Volksverhetzung: Der Internet-Chat wird gesichert, Zeugen und Beschuldigte werden vernommen. Andererseits befasst man sich mit dem Schützenverein, um „letztlich auszuschließen, dass eine verfestigte rechte Szene hinter den begangenen Straftaten steckt“.

Dass Schützenvereine ein Nährboden für rechtes Gedankengut und wie geschaffen für Unterwanderungen sind, kann der Leiter des Hagener Staatsschutzes nicht bestätigen. „Dazu haben wir keinerlei Erkenntnisse.“ Das gelte auch für die Zeit der Nazi-Diktatur: „Auf dem Land waren gefestigtere gesellschaftliche Strukturen als in städtischen Milieus. Wenn man Glaube, Sitte, Heimat hat, braucht man keine Parallelideologien.“

Für Matthias Stascheit gibt es zwei mögliche Interpretationen des Handelns der Jungschützen: Menschen entwickelten eine rechte Gesinnung, die eines Tages nach außen tritt. Und: „Junge Menschen wagen einen Tabubruch, eine bewusste Grenzverletzung, um herauszufinden, wie die Mitmenschen darauf reagieren.“

Rolf Hansmann



Kommentare
28.06.2013
09:37
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

28.06.2013
07:50
Lob vom Staatsschutz nach Rauswurf von rechten Schützen
von Kalutti | #1

Kann es sein, dass hier wieder einmal völlig übertrieben wird? Kann es vielleicht sein, dass ein paar Jungs nach dem 12. Bier angefangen haben dummes Zeug zu labern?
Wenn jetzt jeder, der den Spruch "Unter Adolf wäre das nicht passiert" reißt veruteilt wird, dann haben wir einen Boom an rechten Straftaten.
Vielleicht sollte man sich die Jungs mal zur Brust nehmen, mit ihnen über das Thema reden und sich mal darüber Gedanken machen (vor allem unsere Politiker), warum junge Leute so etwas reden.

2 Antworten
Nun ja
von Stefan2 | #1-1

Die Täter sind ja mehrmals gebeten worden, derlei zu unterlassen.

Wenn ein Verein solche Äußerungen in der Internetöffentlichkeit hinnimmt, wird er damit identifiziert. Ein Verein, der Schaden von sich wenden will, muss also handeln.

Wenn es sich um einen jugendlichen Tabubruch handelt mit dem Ziel, die Reaktion der Erwachsenenwelt zu testen, dann gehört die Reaktion der Erwachsenenwelt natürlich dazu, sonst bleibt der erzieherische Erfolg aus. Die Täter werden schließlich nicht an der nächsten Laterne aufgehängt oder aus dem Land gewiesen, wie ihre "Vorbilder" das gemacht hätten.

Lob vom Staatsschutz nach Rauswurf von rechten Schützen
von ortskundiger | #1-2

Nein sie werden nicht gehangen.Es wird nur ein Vermerk gemacht.Damit ist die Karriere bei der Polizei oder im öffentlichen Dienst kaputt.

Bei Überprüfung ,nicht Führungszeugnis,sind gerade von den Behörden MAD etc pp

Staatsschutz meint eine Abteilung der Kripo
Es gibt sog. Staatsschutzdelikte, das sind die §§ 80ff. des StGB (Hochverrat etc. pp.; am häufigsten kommt vor: § 86, 86a [Verfassungsfeindliche Propaganda]), und die Abteilung der Kriminalpolizei, die sich speziell damit befaßt, heißt die Staatsschutzabteilung oder eben "der Staatsschutz".

Wer in dem Alter so einen scheixx labert ob besoffen oder nicht gehört selbstverständlich vor die Türe.Muss man sich nur di eFrage stellen wieso macht man sich so das Leben im *****....so blöde Sprüche oder Kommentare von dich zu geben.

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