Das aktuelle Wetter Olpe 12°C
Etatberatungen

Lennestadt setzt den Rotstift an

21.01.2015 | 18:38 Uhr
Lennestadt setzt den Rotstift an
ARCHIV - ILLUSTRATION - Euro-Münzen sind am 13.01.2010 in Köln (Nordrhein-Westfalen) gestapelt. Der umstrittene Länderfinanzausgleich ist Geben und Nehmen. NRW war unter dem Strich auch 2014 wieder Nettozahler, sagt das Finanzministerium. Eng definiert ist NRW aber Empfänger. Regierungschefin Kraft sieht ihr Land benachteiligt. Foto: Oliver Berg/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++Foto: Oliver Berg

Lennestadt.   Dank Kreisumlage, Soli und Co bekommt auch die Stadt Lennestadt ihre finanziellen Enden nicht mehr zusammen. Mit drastischen Sofort- und mittelfristigen Maßnahmen will man wieder auf einen gangbaren Weg kommen.

Mit den erwarteten Gewerbesteuereinnahmen von 16,4 Millionen Euro kann die Stadt Lennestadt noch nicht einmal die Kreisumlage (17,5 Mio Euro) bezahlen. Steigende Kosten im Bereich Soziales, Soli usw. – der Gang in die Haushaltsicherung drohte. Mit allen Mitteln wollen das Rat und Verwaltung verhindern,. Gemeinsam hat man einen Maßnahme-Katalog „von A bis Z“ erarbeitet, um auch längerfristig die Bedingung, nicht mehr als fünf Prozent der Rücklagen zur Deckung des Etats zu verwenden, erfüllen zu können.

Dabei machen die Lennestädter auch vor unbequemen Maßnahmen nicht Halt. Einerseits will man in diesem Jahr mit einer Erhöhung der Gewerbesteuern um 4,1 Prozent, der Grundsteuer A um ca. 9 und der Grundsteuer B um rund 4,1 Prozent Mehreinnahmen von insgesamt knapp 820 000 Euro erzielen.

Doch das reicht nicht, um die 5-Prozent-Hürde nicht zu reißen.

Interfraktionell auf dem Prüfstand

Interfraktionell kam deshalb jeder Etatposten auf den Prüfstand. Christa-Orth-Sauer: „Dabei gab es kein Tabu.“ Fraktionen und Verwaltung waren sich einig: Eine Augenblickslösung reicht nicht, es müssen Aspekte wie der demografische Wandel in einem langfristigen Konzept Eingang finden. Bürgermeister Hundt: Wir wollen die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt erhalten - aber bezahlbar machen“. Man habe in den „fetten Jahren“ auch in Lennestadt über seine Verhältnisse gelebt. Dies gelte es schleunigst zu beenden, um eine Zukunftsfähigkeit zu bewahren. „Wir haben gemeinsam einen Katalog der Schweinereien erfunden“, kommentierte Heinz Vollmer die umfangreiche Streichliste bei den bisherigen städtischen Wohltaten. Betroffen davon sind praktisch alle Bürger und Vereine. Rund 20 städtische Mietshäuser sollen verkauft werden. Das Lehrschwimmbecken in Elspe wird Ende Februar dicht gemacht, die Trägerschaft des Grevenbrücker Ende des Jahres aufgegeben. Kein Tabu auch der Verkauf des Alten Amtshauses in Grevenbrück. Das dortige Heimatmuseum soll in den Kulturbahnhof umziehen. Kürzung der Zuschüsse an Sport- und Musikvereine sowie Büchereien, die Schließung von den drei Grundschulstandorten je nach demokratischer Entwicklung bzw. Schülerzahlen in Oedingen, Maumke und Bilstein, Ende der Windeltonne, Streichung der Zuschüsse für Beförderungen von Kindern zum Kindergarten, Privatisierung von Turnhallen. Aber auch die Fraktionen sollen auf 50 Prozent ihrer Zuwendungen sowie Bürgermeister und seine Stellvertreter auf 10 Prozent ihrer Aufwandsentschädigungen verzichten.

Werner Riedel

Kommentare
Funktionen
Fotos und Videos
Bundesschützenfest 2016
Bildgalerie
Tradition
Neue App WP TOP 10
Bildgalerie
Smartphone
Einmaliges Bild auf dem Biggesee
Bildgalerie
Schifffahrt
article
10261037
Lennestadt setzt den Rotstift an
Lennestadt setzt den Rotstift an
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-olpe-wenden-und-drolshagen/lennestadt-setzt-den-rotstift-an-id10261037.html
2015-01-21 18:38
Nachrichten aus Olpe, Wenden und Drolshagen