Land NRW erbt Schrottimmobilien aus dem Kreis Olpe
21.12.2012 | 17:35 Uhr 2012-12-21T17:35:00+0100
Kreis Olpe. Wer erbt, hat nicht immer gut lachen. Denn wenn er plötzlich eine hoffnungslos überschuldete Immobilie oder eine abrissreife Bauruine sein Eigen nennen darf, ist das eher zum Heulen. Deshalb schlagen auch im Kreis Olpe immer mehr Bürger ihr Erbe aus - und reichen es ans Land NRW weiter.
Wer erbt, hat nicht immer gut lachen. Denn wenn er plötzlich eine hoffnungslos überschuldete Immobilie oder eine abrissreife Bauruine sein Eigen nennen darf, ist das eher zum Heulen. Deshalb schlagen auch im Kreis Olpe immer mehr Bürger ihr Erbe aus - und reichen es ans Land NRW weiter. Beispiel: eine Schrottimmobilie im Drolshagener Land und ein unbrauchbarer Privatweg in Attendorn. In beiden Fällen muss der Staat nun versuchen, das unfreiwillig angetretene Erbe doch noch irgendwie zu Geld zu machen.
„In Drolshagen handelt es sich um ein altes Wohnhaus mit einer ehemaligen Werkstatt, allesamt in einem völlig desolaten Zustand“, betont Dr. Christian Chmel-Menges von der Bezirksregierung in Arnsberg. „Wer das erwirbt, kann es nur noch abreißen.“ Seine Vermutung: „Die Betroffenen haben das Erbe wahrscheinlich abgelehnt, weil es auch noch mit Verbindlichkeiten in sechsstelliger Höhe belastet ist.“
Alte VHS, Jugendzentrum: Die Essener Baudezernentin Simone Raskob will städtische Ruinen abreißen und in den nächsten Jahren möglichst viele ungenutzte Gebäude verkaufen. Die Frage liegt nah, warum das so schwierig ist und weshalb die Stadt nicht längst mit Verkauf und Abriss begonnen hat.
Land muss auch für Gläubiger-Forderungen aufkommen
Die Bezirksregierung hat die Drolshagener Schrottimmobilie vor wenigen Tagen zwecks Vermarktung einem Makler angedient, doch die Erfolgsaussichten tendieren gegen null. „Selbst wenn es gelingen sollte, die Drolshagener Immobilie zu veräußern, müsste das Land immer noch die Gläubiger-Forderungen bezahlen“, so Dr. Chmel-Menges im Gespräch mit unserer Zeitung. „Für den Staat bleibt da garantiert nix über.“
Nicht viel besser sieht es mit der Attendorner Erbschaft aus, ein kleiner Privatweg, der nicht bebaubar ist. Die Bezirksregierung will diese Immobilie in „irgendeiner Form vielleicht einem Anlieger schmackhaft machen“, erklärt Dr. Christian Chmel-Menges. Doch weil die Verkehrssicherungspflicht in jedem Fall bei der Bezirksregierung liegt, weiß der Experte jetzt schon, dass „das Land auch hier unterm Strich kein Plus machen wird“.
300 Fälle vor dem Amtsgericht
Die beiden Erbsachen in Drolshagen und Attendorn sind nicht die einzigen, die der Bezirksregierung in diesem Jahr über das Amtsgericht Olpe übertragen wurden. Auch in zwei weiteren Fällen gab die Olper Behörde Erbschaften weiter. Noch fleißiger war das Amtsgericht Lennestadt, das den Staat gleich neunmal zum Erben erhob. Fünf dieser neun Erbschaften waren Immobilien. Nie zuvor hat der Staat im Regierungsbezirk Arnsberg so oft geerbt wie im ablaufenden Kalenderjahr. Insgesamt wurden der Bezirksregierung rund 300 Fälle von den Amtsgerichten zugeleitet.
Auch die Demografie sei ein Grund für diesen Trend, so die Bezirksregierung. Denn der Anteil älterer Menschen ohne Angehörige wachse - und damit nähmen auch die Vermögenswerte zu, für die keine Erben vorhanden sind.
13:18
Ein gutes Beispiel ist die Stadt Oberhausen. Die lässt etwa den Parkplatz vor dem städtischen Rathaus neu pflastern, (da parkt schließlich der "tolle" Oberbürgermeister), was überhaupt nicht notwendig war-gleichzeitig muss die Eislaufhalle oder das Haus der Jugend in Oberhausen wegen Verfall geschlossen werden.
1. Was hat das inhaltlich mit dem Artikel zu tun?
2. Haben Sie den Platz vorher gesehen? Aufgrund der vielen Autos, die dort parkten, ist immer wieder das ca. 5x5-cm-Kopfsteinpflaster gelockert worden, so dass zum einen immer wieder Steine rumlagen (die zum Glück bisher nicht dazu einladen, mal die Scheiben einzuwerfen oder so), zum anderen bieteten sich Stolperstellen.
3. Mussten Auflagen des Denkmalschutzes beachtet werden, denn Park, Parkplatz und Rathaus sind ein denkmalgeschütztes expressionistisches Gesamtgebilde.
Aus meiner Sicht war damit schon aus verkehrssicherungspflicht die Erneuerung geboten.
Sicher kann man über die Ausführung diskutieren, da ich aber nicht vom Fach bin, kann ich nicht sagen, ob da nun was in Richtigung "Luxus" oder "Angemessen" gemacht wurde.
12:48
Die Städte mache es doch mit ihren eigenen Liegenschaften vor.
Überall Absperrungen, weil sie billiger sind als sanieren.
11:56
Gemeinschaftsaufgabe, die durch freie Wahlen indirekt beschlossen wurden. Reichen die Einnahmen nicht mehr um die kommunalen Abgaben zu decken, ist daran nicht die Steuer schuld, sondern die Unfähigkeit der Besitzer. Und eben weil das so ist braucht es eine Risikoabdeckung im Falle der Pleite.
Wer meint die Steuererhebung über Grundsteuern sei falsch soll bitte andere brauchbare Erhebungsarten benennen. Bei der Gewerbesteuer haben wir gesehen wohin das führt, wenn die Besitzsteuer (Gewerbekapitalsteuer) abgeschafft wird. Unternehmen nutzen unsere Infrastruktur rechnen sich die Gewinne in Länder wo sie weitgehend abgabenfrei bleiben.
11:47
Man muss doch nur mal mit offenen Augen durch die eigene Stadt gehen. Im Ruhrgebiet gibt es ganze Straßenzüge, wo die Häuser bereits von außen in einem desolaten Zustand sind; das wird innen nicht anders aussehen. Was da zum Teil für ein Sanierungsstau herrscht, kann niemand bezahlen. Da bleibt nur verrotten lassen, weil auch Abriss zu teuer ist. Und das wird in den nächsten Jahren noch dramatischer werden.
10:55
Ich denke mal, den Trabant Universal kann man noch mal aufbauen!
10:49
Beleuchtet man die Hintergründe, warum es zu diesen Problemen gekommen ist,
kommen meistens Tragödien zu Tage für die es im "Abzocksystem" von Steuerrecht, gesetzlichen Auflagen kein entrinnen mehr gibt. Nur noch "flüchten", "Finger heben" und den "Verursachern" sprich Kommune ein schwarzes Peterspiel zwischen den Ämter einzuheizen, bis der Kessel knallt und nur noch "Müll" liegen bleibt. Gewissenhaft unterschlagen die Behörden, Politikt (Vetreter) das sie über Jahre auch Geld eingetrieben haben, auch wenn es der Markt, die Produktions nicht mehr her gegeben hat. Beispiel Hagen, Grundsteuer wird wg. Misswirtschaft um 42% angehoben. ?Wer zahlt die? Die Mieter in der Mehrheit. Das sind mit anderen Erhöhung 25 Mill. Euro Wertabschöpfung, für nichts. 25 Mill, ab jetzt pro Jahr die nicht mehr in den Handel gelangen. Was bleibt? Siehe den Artikel. weniger Steuern, Pleiten, mehr Schrott Immobilien. Ein Hausgemachtes Problem. Das Rad dreht sich immer schneller. Bundesgesetze zuzüglich.
09:32
dass das Land natürlich nicht die Schulden begleicht, sondern nur einen etwaigen Verkaufserlös der die Abrisskosten übersteigt an die Gläubiger abtreten muss.
Das Kernproblem sollte allerdings schon angegangen werden. Nicht das die großen Immobilienhaie sich per Pleite von ihren zu Schrott abgewirtschafteten Häusern trennen und der Steuerzahler auch noch den Abriss bezahlen muss. Für alle gewerbsmäßigen Vermieter muss eine Versicherung Pflicht werden, die die Abrisskosten im Falle einer Pleite übernimmt. So eine Versicherung ist selbstverständlich nicht umlagefähig.
hä? Es geht hier um Erbschaften, nicht um Unternehmenspleiten. Haben Sie überhaupt den Artikel gelesen? Es ist nicht davon auszugehen, dass Immobilienhaie extra sterben, um sich von Immobilien zu trennen.