Inklusion: Nicht alles läuft wirklich rund
25.10.2011 | 16:44 Uhr 2011-10-25T16:44:00+0200
Kreis Olpe.Information hat sich der Verein „Gemeinsam leben, gemeinsam lernen - Olpe plus“ im ersten Jahr seines Bestehens auf die Fahnen geschrieben. Information über die UN-Behindertenrechtskonvention und das Recht von Kindern mit Behinderungen auf gemeinsames Lernen in Regelkindergärten und Regelschulen.
Auf der Jahreshauptversammlung des Vereins wurde auf ein ereignisreiches Jahr zurückgeblickt.
Gut vernetzt
Hierzu wurden Informationsmaterialien und eine Vereinshomepage erarbeitet. Wie aus dem Jahresbericht des Vorstandes auch hervorging, wurde eine Vielzahl von Gesprächen mit Eltern, Politikern, Verwaltung, Fachleuten aus verschiedenen Bereichen etc. geführt und eine breit angelegte Vernetzung mit anderen Organisationen insbesondere der Selbsthilfe und dem Kreisbehindertenbeauftragten, Friedhelm Hoffmann, aufgebaut.
Außerdem wurden Informationsvorträge zu den Themen Inklusion und Gemeinsamer Unterricht u. a. in den Schulausschüssen in Kirchhundem und Olpe und dem Förderschulausschuss des Kreises, aber auch im Kreis von Heilpädagogen, u. a. bei der Caritas gehalten.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gelingende Inklusion“ hat der Verein begonnen, beispielhaft Schulen vorzustellen, die erfolgreich Schüler mit und ohne Behinderungen unterrichten. Hiermit soll aufgezeigt werden, wie gewinnbringend Gemeinsamer Unterricht schon an vielen Schulen im Land praktiziert wird und welche Rahmenbedingungen dafür erforderlich sind.
Besonders erfreut zeigten sich die Vereinsmitglieder über die Entscheidung des Olper Kreistags, in Abstimmung mit den sieben kreisangehörigen Kommunen einen Inklusionsplan für den Kreis zu erarbeiten. Im Zuge der Bearbeitung eines zusammen mit neun anderen Vereinen und Initiativen gestellten Bürgerantrags hatten sich in verschiedenen Kreis- und Kommunalgremien engagierte Diskussionen hierzu ergeben. Ein Höhepunkt in der Arbeit des Vereins war das persönliche Gespräch mit NRW-Bildungsministerin Löhrmann im kleinen Kreis von Elternvertretungen.
Doch auf der Versammlung wurde nicht nur über freudige Entwicklungen in Bezug auf das Thema des Vereins berichtet. Eltern äußerten deutlichen Unmut über die Verschlechterung der Bedingungen des Gemeinsamen Unterrichts im Kreis Olpe. Sie berichteten, dass spürbar weniger Sonderpädagogenstunden zur Förderung ihrer Kinder zur Verfügung stehen und dass bei Ausfällen die Regelschulen dann mit der Aufgabe des Gemeinsamen Unterrichts alleine gelassen werden. Die Anwesenden waren sich einig: Zufriedenstellende personelle Ressourcen sind eine Grundvoraussetzung für erfolgreichen Gemeinsamen Unterricht für nichtbehinderte und behinderte Schüler.
Viele Herausforderungen
In Zeiten des Umbruchs hin zu einem inklusiven Bildungssystem sind viele Herausforderungen zu meistern und nicht an allen Schulen ist eine unmittelbare Verbesserung der Bedingungen zu erwarten – sie dürfen sich jedoch keinesfalls verschlechtern und dadurch die Qualität des GU ernsthaft in Frage stellen.
Ihren engagierten Einsatz für gute Bedingungen für den GU wollen die Vereinsmitglieder daher verstärken, um so für qualitativ hochwertiges gemeinsames Leben und Lernen für alle Schüler (mit und ohne Behinderungen) in der Schule einzutreten. Dabei wurde als ein Schwerpunkt für die Arbeit des Vereins im kommenden Jahr die weitere Vernetzung und Beratung von Eltern festgelegt. Diesbezüglich wurde beschlossen, einen regelmäßigen offenen Gesprächskreis für Eltern behinderter Kinder, aber auch andere Interessierte einzurichten. Neue Mitglieder - Eltern, Fachleute und andere Interessierte - sind dem Verein jederzeit herzlich willkommen.
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