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„Die Wahrheit“

Hervorragende Schauspieler mit ausgefeilten Dialogen

12.02.2012 | 14:27 Uhr
Hervorragende Schauspieler mit ausgefeilten Dialogen
Unglaublich war „Die Wahrheit“, von einem hervorragenden Ensemble mit Niveau und Witz in Szene gesetzt.

Meggen.„Das einzig Wahre ist die Wahrheit“ –das behauptete jemand, siehe weiter unten, der schon gelogen hatte, bevor er den Mund öffnete. Was ist „Die Wahrheit“? Darüber lässt sich trefflich philosophieren, streiten, in Tränen ausbrechen. Autor Florian Zeller hielt es mit Voltaire und entwarf unter obigem Titel eine Komödie, die vor ausgefeilten Dialogen nur so sprühte und das Publikum im PZ aufs Beste amüsierte.

Maßgeblich hieran beteiligt waren die hervorragenden Schauspieler.Einfach unglaublich und dann doch wieder – leider – oftmals so lebensnah, wie Helmut Zierl als Fremdgänger Michel die Wahrheit für seine Interessen knetete, knotete und hierdurch erreichte, von sich abzulenken oder zumindest sich als Opfer der Lügen anderer darzustellen. Absolut köstlich, wie er sich maßlos über Pauls ungerechtes Schicksal aufregte. Immerhin war der sein bester Freund, was Michel jedoch nicht hinderte, mit dessen Frau Alice zu schlafen. Susanne Berckhemer verkörperte diese jugendlich frische Frau, die anfänglich verliebt wie wahrheitsliebend schien, aber nur schien, Michel später jedoch steckte, dass ihr Gatte von Beginn über ihre Affäre informiert wäre. „Er hat nichts gesagt, dieser Dreckskerl“, empörte sich daraufhin unser notorischer Lügner.Und dann musste er auch noch von Paul erfahren, dass der mit seiner Frau Laurenceein Techtelmechtel hätte.Wie konnte doch Uwe Neumann als Paul so nett und jungenhaft lächeln, um sich gleichzeitig - ganz freundlich - auch aus der Trickkiste der Lügen zu bedienen. Armer Michel: „Ihr habt mich alle für einen Idioten gehalten“. Ganz geschickt und anscheinend nicht aus der Ruhe zu bringen, dabei süffisant schmunzelnd,trieb Karin Boyd als Laurence ihren Mann anfangs durch ihre gar nicht so harmlosen Fragen in die Enge; am Ende der Lügengeschichte allerdings war sie gar nicht mehr so unerschütterlich, bekam eine ganz kleine, traurige Stimme: „Liebst du mich?“ Und er? Ach ja, ihm ging mal wieder die Phantasie durch.

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