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Für die Lehrer eine gewaltige Aufgabe

15.12.2011 | 17:43 Uhr
Für die Lehrer eine gewaltige Aufgabe
Schulrat Walter Sidenstein musste Aufklärungsarbeit in Olpe leisten.

Olpe.Schulrat Walter Sidenstein hatte im Olper Schulausschuss „alle Hände voll zu tun“, die offen zu Tage tretenden Informations-Lücken der Eltern zu schließen (wir berichteten).

Was ist das überhaupt, eine Sekundarschule? Kommt die Sekundarschule auf jeden Fall, wenn der Olper Stadtrat das beschließt? Was hat es mit dem Elternwillen auf sich? Nur einige Fragen, die sich aus der Diskussion der vergangenen Wochen und Monate ergeben. Im Gespräch mit Sidenstein bemühten wir uns, Licht ins Dunkel zu bringen.

„Was jetzt auf den Weg gebracht wird, ist nicht die Entscheidung, ob eine Sekundarschule kommt oder nicht“, so der Schulrat. Jetzt gehe es nur um die Vorbereitung. „Die Verwaltung erhält den Auftrag, die Sekundarschule vorzubereiten, mehr nicht.“ Das letzte Wort hätten die Eltern.

Warum? Die Eltern der jetzigen Zweit- und Drittklässler werden im September/Oktober 2012 (dann Dritt- und Viertklässler) befragt - laut Schulentwicklungsplan werden das etwa 500 sein. Entscheidend sind aber nur die Antworten der Viertklässler-Eltern - etwa 255. Erfahrungsgemäß entscheiden sich rund 40 Prozent für das Gymnasium. Bedeutet: Es verbleibt ein Schülerpotenzial von rund 155 Schülern für Haupt- und Realschule - oder eben die Sekundarschule.

Die Eltern müssen (sinngemäß) zwei Fragen beantworten.

1. Wenn keine neue Schule errichtet würde, wo würden Sie Ihr Kind anmelden?

2. Wenn es eine Sekundarschule gäbe, würden Sie Ihr Kind dort anmelden?

Mindestens 75 Eltern müssen dann „Ja“ zur Sekundarschule sagen, sonst gibt es keine Genehmigung. Entscheiden sich mehr als 75 dafür, hat der Stadtrat noch mal das Wort - Ende 2012.

Wesentliche Vorarbeit: Eine Konzeptgruppe - u. a. mit Vertretern der Verwaltung und der Schulen, muss festlegen, welche von vier möglichen Alternativen für eine künftige Sekundarschule gewählt wird.

Denn nach einem gemeinsamen Unterricht in den Klassen fünf und sechs kann differenziert werden, muss es aber nicht.

Sidenstein: „Derzeit wählen die meisten Kommunen die teilintegrierte Lösung.“ Heißt: In den Kernfächern Mathematik, Deutsch und Englisch gibt es Kurse mit unterschiedlichem Niveau - je nach Leistungs- und Interessenstand - ähnlich dem unterschiedlichen Niveau der jetzigen Haupt- und Realschule.

Zudem gibt es sogenannte ,Wahlpflichtfächer’, in denen sich Schüler besonders qualifizieren können. Anders ausgedrückt: In den Klassen 7 bis 10 kann es ,unter einem Dach’ Kurse mit Hauptschul- und Realschul-Niveau geben, aber auch Kurse, die auf ein besonderes Niveau angehoben werden, um Schüler auf gymnasiale Anforderungen vorzubereiten. Hört sich in der Theorie wie das Nonplusultra einer weiterführenden Schule an, aber: „Das wird für unsere Lehrer eine gewaltige Herausforderung“, macht sich Siden-stein keine Illusionen.

Thema ,Ganztag’: Eine Sekundarschule wird in der Regel als Ganztagsschule geführt, aber nur mit Nachmittagsunterricht an drei Tagen bis 15 Uhr. Vorteil: Für eine solche ,Ganztagsschule’ gibt es 20 Prozent mehr Lehrer. Sidenstein: „Bei einer Schule von etwa 450 Schülern kann das ein Plus von fünf Lehrern bedeuten. Das ist auch nötig, damit man die pädagogischen Möglichkeiten mit all ihren Förder- und Zusatzangeboten, die eine solche Schule bieten soll, auch abbilden kann.“

Ganz am Rande wies Sidenstein noch auf eine Zahl hin, die mit Blick auf das bestehende Schulsystem nachdenklich macht: Allein die Hakemicke-Hauptschule hat im jetzt laufenden Schuljahr bereits 63 Schüler von Gymnasium und Realschule aufnehmen müssen, die dort überfordert waren und dann in vielerlei Hinsicht wieder ,aufgefangen’ werden müssen.

Josef Schmidt

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