Friedhofsgebühr explodiert
07.12.2011 | 16:52 Uhr 2011-12-07T16:52:00+0100
Olpe. Dem Volksmund nach hat das ,letzte Hemd’ bekanntlich ,keine Taschen’. Wer aber in Olpe künftig den ,letzten Weg’ vorbereiten oder ihn bezahlen muss, darf deutlich tiefer in die Tasche greifen. In Kurzform: Sterben wird teurer - und das um teilweise 50 bis 60 Prozent.
Das geht aus der neuen Gebührenordnung hervor, die das Ordnungsamt um Leiter Wilfried Hilden ausgearbeitet hat und dem Stadtrat noch vor Weihnachten vorlegen wird. „Wir hatten 2010 eine spürbare Unterdeckung, und die schlägt jetzt durch“, erklärte Hilden gestern auf Anfrage. Fast 40 000 Euro schlagen hier zu Buche, die für 2012 eingerechnet werden musste.
Zudem, räumt Hilden ein, seien in der Vergangenheit die Arbeitsleistungen aus dem Tiefbauamt nicht so in die Kalkulation eingeflossen, wie dies eigentlich hätte erfolgen müssen.
Nur „minimal“ wirke sich hingegen der neue Bestattungswald bei den teilweise kräftigen Gebührenerhöhungen aus. Hilden: „Die Kosten für den Bestattungswald sind sogar deutlich niedriger als erwartet.“ In Zahlen: rund 30 000 Euro statt der kalkulierten 50 000 Euro.
Stichwort ,Bestattungswald’: Genau 1001 Euro, so weist die Gebührenordnung aus, kosten die sogenannten Grabstellengebühren für ein Urnenplätzchen ,unterm Baum’. Dazu kommen die Bestattungsgebühren von 472 Euro, die für alle Urnenbeisetzungen gleich sind. Im Vorjahr kosteten die noch 288 Euro - eine Steigerung von rund 65 Prozent.
Weitere Zahlen: Die Beisetzungsgebühren für Kinder bis fünf Jahre (inkl. Reihengrabgebühr) steigt von 373 auf 562 Euro (rund 50 Prozent), die für Grabkammerbeisetzungen von 481 auf 669 Euro (rund 40 Prozent).
Nicht viel besser sieht es bei den Grabstellengebühren aus: Eine normales Reihengrab kostet künftig 1 448 Euro (vorher 1216 Euro) - macht ein Plus von rund 20 Prozent.
Die Urnenbestattung, unabhängig davon, ob auf dem Olper Friedhof oder im Bestattungswald, ist deutlich preisgünstiger als eine normale Sarg-Bestattung auf dem kommunalen Friedhof in Olpe. Die Gesamtkosten im Bestattungswald belaufen sich auf 1502 Euro. Wobei 29 Euro für die Namensschildchen eingerechnet sind, die auf die Metall-Tafeln an den Bäumen geklebt werden. Die, so Hilden, seien aber nicht verpflichtend: „Da kann auch drauf verzichtet werden.“ Die Urnenbestattung auf dem Friedhof kostet nahezu genauso viel.
Die ,normale Sarg-Bestattung ‘ im Reihengrab ist demgegenüber erst für rund 2 200 Euro zu haben. Bisher reichten hier 1 780 Euro.
Deutlich teurer wird auch die Nutzung der Friedhofshalle. DerAufbahrungs- und Feierraum kostet künftig 239 Euro, vorher 186 Euro - ein Plus von rund 30 Prozent.
13:46
Solche Erhöhungen sind unverantwortbar und eine Dreistigkeit. Olpe macht sich immer unbeliebter. Gibt es keine Verordneten mehr, die sich über die Haushaltslage der Bürger und Familien Gedanken machen??? Es gibt nicht nur Reiche. Es gibt reichlich viele Bürger, die die Kosten und Abgaben kaum noch bezahlen können. Das geht auch zu Lasten von anderen Investitionen. Können Abgeordnete überhaupt so weit denken?