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Disco Nachtschicht in Olpe bleibt - Nur Gerüchte um Schließung

28.12.2012 | 17:36 Uhr
Disco Nachtschicht in Olpe bleibt - Nur Gerüchte um Schließung
Die Disco „Nachtschicht“ bleibt Olpe erhalten. Die Eigentümerin plant sogar eine Erweiterung.Foto: van de Wall

Olpe.   Blendgranaten fliegen in ihr Lokal, Unbekannte schrauben die Radnaben ihres Autos locker, ein Gerücht über das baldige Ende ihres Discostadls jagt das andere. Doch Susanne Schünemann, Eigentümerin der „Nachtschicht“, lässt sich nicht so leicht einschüchtern. „Wir haben nicht vor, Olpe zu verlassen; im Gegenteil: Wir werden uns noch erweitern“, sagt die 48-Jährige.

Der Pachtvertrag läuft aus, der Mietvertrag wird nicht verlängert, die „Nachtschicht“ wird verkauft, zieht nach Siegen oder sogar nach Spanien, die Geschäftsführerin ist schwanger und setzt sich mit dem Mutterschutz zur Ruhe: Wenn’s um die Diskothek in der Mühlenstraße geht, kocht die Olper Gerüchteküche regelmäßig über.

Susanne Schünemann lässt das nicht kalt, aber sie ist ein Profi: „Wenn wir nicht gut wären, hätten wir auch keine Neider“, betont die im Oberbergischen Land lebende Geschäftsfrau. Sie vermutet, dass die Gerüchte gezielt gestreut werden. Im Internet-Gästebuch der „Nachtschicht“ schreibt die 48-Jährige: „Danke, lieber Mitbewerber, für die hartnäckige Erhaltung des Gerüchtes, dass die Nachtschicht Olpe verlassen wird. Wir waren noch niemals so aktuell über Monate mit demselben Gerücht im Gespräch. Keine noch so teure Werbekampagne hätte mehr erreichen können: Der Laden ist voller denn je.“

Miete bis 2016 festgeschrieben

Alle bisherigen Gerüchte, so die Gastronomin, seien ebenso frei erfunden wie das aktuell kursierende Thekenthema: Angeblich müsse die „Nachtschicht“ ihren Betrieb einstellen, weil der holländische Immobilienfonds, dem der gesamte Gebäudekomplex gehört, die Miete exorbitant erhöht habe. Dazu Susanne Schünemann: „Eine Warmmiete von 20000 Euro ist zwar fett, aber die war schon immer so hoch und ist bis 2016 festgeschrieben.“

87000 Euro GEMA-Gebühren

Wirkliche Probleme sehen anders aus. So wie die neuen GEMA-Gebühren zum Beispiel. Statt 10000 Euro pro Jahr sollte die 48-Jährige 87000 Euro berappen. „Das“, gibt die Gastronomin zu, „wäre für uns das Aus gewesen.“ Doch dank einer Intervention des Diskothekenverbandes ist dieses Thema zumindest für die nächsten zwei Jahre vom Tisch.

Geraucht wird auf dem Hof

Auch die am 1. Mai 2003 in Kraft tretende Novellierung des Nichtraucherschutzgesetzes in Nordrhein-Westfalen bereitete der „Nachtschicht“-Chefin heftige Kopfschmerzen. Aber auch dieses Problem gehört der Vergangenheit an.

Susanne Schünemann wird die rauchenden Gäste nicht auf die Mühlenstraße schicken, sondern auf den Hinterhof des Lokals: „Dort gibt’s keine Probleme mit Anwohnern und diese Örtlichkeit ist auch sicherheitstechnisch besser zu händeln.“

Michael Alexander

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