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Der neue Charme des alten Bahnhofs

07.09.2014 | 17:29 Uhr
Der neue Charme des alten Bahnhofs
Mit dem Durchschneiden des Bandes durch Ulrich Hilchenbach, NRW-Minister Johannes Remmel, Anja Wigger, Dirk Glaser, Bürgermeister Theo Hilchenbach und Martin Willmes (v.r.) war der Alte Bahnhof offiziell eröffnet.Foto: Nicole Voss

Hützemert. Es duftet nach frisch gebrühtem Kaffee. Erster augenfälliger Blickfang ist die schmucke Theke aus Eichen-Furnier. Dort, wo früher das Stellwerk war. Die alten Bilder an den Wänden erinnern an längst vergangene Zeiten. Alles ist neu im Alten Bahnhof in Hützemert, doch auch die Vergangenheit hat ihren Platz bekommen. Gerade das macht ihn aus, den Charme des Alten Bahnhofs. Zahlreiche Besucher konnten sich am Samstag davon überzeugen.

Die Einweihung fand am Wochenende im Rahmen eines großen Bahnhofsfestes statt. Ein buntes Bühnenprogramm, eine eigens eingerichtete Cafeteria im Dorfsaal, Kinderschminken und Malen sowie die Tour Natur mit rund 120 Teilnehmern trugen zur besten Unterhaltung zu.

Das war die eine Seite der Medaille, aber das gelungene Fest ließ aber auch genug Raum und Zeit, die Anstrengungen der vergangenen Jahre Revue passieren zu lassen und in die Zukunft zu blicken. „Wir sind sehr zufrieden“, freute sich Ulrich Hilchenbach, Architekt und stetiger Motivator des Projekts, über den regen Zulauf und räumte ein, dass es natürlich Momente gegeben habe, in denen das Projekt in Frage gestellt worden sei. „Man braucht einen langen Atem und ein bisschen Glück“, so der Tipp des Architekten.

Währenddessen fragte Dirk Glaser, Moderator des Bühnenprogramms und Geschäftsführer der Südwestfalenagentur, den Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft Hützemert nach seinem Befinden. „Ich bin ganz entspannt. Es ist ein tolles Gefühl. Es ist eine Punktlandung. Schwierig war die Finanzierung. Das wir nicht über einige Zehntausende sprechen, war uns klar. Aber aus 200 000 wurden 300 000 und dann 400 000 Euro. Wir haben einen Stein nach dem anderen aus dem Weg geräumt und die 50 00er- Marke an Arbeitsstunden locker geknackt. Das Netzwerk mit vielen Mitstreitern hat funktioniert. Wir hoffen, dass es in die vorgesehene Richtung geht. Also, haltet Wort“, ermutigte Sascha Koch einmal mehr und hob lobend die Unterstützung durch das Büros startklar in Dortmund, insbesondere durch Regina Schmitz, hervor. Auch Bürgermeister Theo Hilchenbach war voll des Lobes und räumte ein, dass die Stadt Drolshagen das Projekt nicht hätte stemmen können.

Mit Ständen vertreten, stellten weitere Orte ihre Projekte vor; beispielsweise das Kultur- und Malhaus „KuMa“ in Oberschledorn, die Weiternutzung des ehemaligen Schulgebäudes in Langenholthausen und der Erhalt des Dorfhaus Schmies in Heinsberg. Letztgenanntes Projekt, das bei den Heinsbergern noch nicht auf allzu große Gegenliebe stößt (wir berichteten), stellte Christoph Henrichs vor. Sascha Koch riet: „Man muss die Kritiker überzeugen, Ausdauer haben und vom eigenen Konzept überzeugt sein.“

Eine stolze Leistung

Regina Schmitz machte deutlich, dass es wichtig sei, den Bürgern Hilfestellung insbesondere bei der Finanzierung und für den Betrieb zu geben. „Ich liebe die Projekte“, betonte Regina Schmitz und war voll des Lobes für die Hützemerter: „Vom ersten Anruf bis zum Förderbescheid hat es vier Jahre gedauert. Gebaut wurde in einem Jahr. Das ist eine stolze Leistung.“

Dr. Stephanie Arens, Projektmanagerin der Südwestfalenagentur, sagte: „Die ehrenamtlich engagierten Bürger haben einen Job und eine Familie; sie haben es verdient, unterstützt zu werden.“

Ehrengast bei der Diskussionsrunde war Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW. „Wir stehen vor großen Herausforderungen“, betonte er. „Wenn man die bewältigen will, muss man wissen, wo man herkommt. Da braucht es Menschen. Die Zukunft kommt vom Land, mit erneuerbaren Energien und guten Ingenieuren.“

Hützemerts Ortsvorsteherin Anja Wigger sagte im Gespräch mit unserer Zeitung: „Wir sind mächtig stolz. Insbesondere die letzten Wochen, wo täglich gearbeitet wurde, waren sehr anstrengend.“

Im Anschluss wurde der Alte Bahnhof mit dem Durchschneiden des roten Bandes offiziell eröffnet.

Kirchlicher Segen

Und die Zukunft? In der Jausenstation mit optimaler Lage am Bergischen Panoramaradweg und am SGV-Wanderweg A1 ist für das leibliche Wohl im gemütlichen Ambiente mit Bahnhofsflair gesorgt. Hier legen die Organisatoren besonderen Wert darauf, die einzige Gaststätte im Ort, das gegenüberliegende Haus Wigger, mit einzubeziehen. Das Dorfhaus steht zur Vermietung für private Anlässe, Schulungen, Tagungen, Kleinkunst und als Treffpunkt bereit. Am Abend wurde die Eröffnung des Bahnhofs mit einer Party gefeiert. Am Sonntag folgte der kirchliche Segen.

Nicole Voss

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2014-09-07 17:29
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