Zweiter Investor fürs ehemalige Rathaus

. Investor und Architekt Peter Werle
. Investor und Architekt Peter Werle
Foto: Waz FotoPool
Was wir bereits wissen
Otto Friedrich Witzel steigt in die Firma von Peter Werle ein

Moers..  Der Alpener Architekt Peter Werle ist nicht mehr alleiniger Investor für das ehemalige Rathaus am Schlosspark. Werle hat nach eigenem Bekunden den Moerser Immobilienkaufmann Otto Friedrich Witzel als Mitgesellschafter in seiner Firma Webag aufgenommen. Witzel ist dort jetzt an Stelle von Werles Frau Brigitte Geschäftsführer. Als weiterer Finanzierer soll „in Kürze“ ein Kreditinstitut dazukommen, zwei stünden zur Wahl, eines sei ein heimisches, sagte Werle auf Anfrage. Innerhalb der Webag sei man gleichberechtigt: „Wir ziehen das gemeinsam durch.“ Otto Friedrich Witzel sei für den kaufmännischen Bereich zuständig, er selbst als Architekt für die Planungen und den Vertrieb.

Peter Werle hatte Ende 2013 den Zuschlag für das „Neue Rathaus“ erhalten. Mitte 2014 kaufte er das ehemalige Verwaltungsgebäude und den Schotterparkplatz an der Meerstraße, wo nun 70 meist luxuriöse Eigentums- und Mietwohnungen gebaut werden sollen. Nach früheren Angaben sollten die Ausschachtungsarbeiten für die Tiefgarage längst begonnen und die „Brücke“ zwischen Rathaus und Weißem Haus längst abgerissen sein.

Rathaus-Investor Peter Werle geht nun davon aus, dass die Bauarbeiten Mitte des Jahres beginnen werden. In der Sache gebe es eigentlich keine Verzögerung, man habe alles so zügig wie möglich abgearbeitet, auch die Zusammenarbeit mit der Stadt habe „bestens funktioniert“, lobt der Alpener. Er selbst habe „schlicht unterschätzt“, wie viel Zeit man allen für die Abstimmung von Gutachtern und anderen Spezialkisten für Brandschutz, Grünraumplanung und Tiefgarage benötige. Der Bauantrag für das erste Wohngebäude auf dem Schotterparkplatz sei aber eingereicht.

Die Stadt bestätigte auf Anfrage, dass sich Ende April eine große Runde im Rathaus trifft. „Wir erwarten dann von Herrn Werle einen verbindlichen Zeitplan“, erklärte ein Stadtsprecher. Alle Abteilungen des technischen Dezernats sowie die Kämmerei sind mit dem komplexen Projekt beschäftigt.

Unterdessen gibt es einen Vorstoß der CDU, der Peter Werle gar nicht recht sein dürfte. Nach dem Willen der Christdemokraten soll geprüft werden, ob die Schlosstheaterverwaltung, die bislang im Terheydenhaus gegenüber dem Schloss ihren Sitz hat, im alten Landratsamt untergebracht werden kann – auch unter Berücksichtigung der Flächen, die dort bislang für Gastronomie vorgesehen sind.

Alte VHS ist Teil von Werles Konzept

Zur Erinnerung: Das Landratsamt (ehemals VHS) ist Teil von Werles Konzept. Es soll ein öffentliches Restaurant beherbergen, das zusätzlich den neuen Bewohnern des Rathaus-Wohnquartiers als Treffpunkt dient. Dieser Plan besteht weiter, obwohl inzwischen die Zeichen darauf stehen, dass das Gebäude im Eigentum der Stadt bleibt. Die CDU will außerdem prüfen lassen, ob die Studiobühne in die Festivalhalle oder andere städtische Liegenschaften umziehen kann. Anschließend sollen das Terheydenhaus und das Weiße Haus, in dem früher die Fraktionen ihre Büros hatten gemeinsam vermarktet werden.