Zwei Männer haben ein Ziel

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Am Niederrhein..  Die Volksbank versteht sich als die Bank des Handwerks, die Handwerksbetriebe suchen nach Auszubildenden und finden sie nicht – die Zukunft des Handwerks am Niederrhein hängt in erheblichem Maße vom Nachwuchs ab. Grund genug für Volksbank-Chef Guido Lohmann, den „Dialog für Ausbildung“ ins Leben zu rufen, Lehrer und Handwerksmeister in Werkstattgesprächen an einen Tisch zu bringen. Schon das erste Gespräch am letzten Donnerstag war besser besucht als erwartet.

Schule und Betrieb an einem Tisch

Zugegeben, es kam manch altgedienter Handwerker recht polterig daher, wenn er sich über die Ausbildungsqualifikation der Schulabgänger beschwerte. Und zugegeben, manch eine Lehrerin mag sich darob ein wenig pikiert gezeigt haben. Aber genau diese leichten Differenzen zur Sprache zu bringen, sie zu beseitigen und gemeinsam eine Basis für mehr Auszubildende im Handwerk am Niederrhein zu schaffen, das ist der Sinn der Werkstattgespräche. Kreishandwerksmeister Günter Bode brachte es auf den Punkt: „Wir müssen Schulen und Betriebe deckungsgleich kriegen.“

Was – wie sich zeigte – nicht so leicht getan ist wie gesagt, hat doch schon der eine seine Anstrengungen frustriert aufgegeben, für seine Schüler einen Praktikumsplatz zu finden, hat der andere bereits seine Bemühungen eingestellt, in den Schulen um Auszubildende zu werben. Und genau hier setzt der „Dialog für Ausbildung“ an: Guido Lohmann will auf beiden Seiten Verständnis für einander wecken, will eine Plattform schaffen, auf der ständiger und dauerhafter Austausch möglich ist.

Dass dies nicht nur mit der im Aufbau befindlichen Internet-Plattform, sondern nach bester niederrheinischer Sitte auch bei Schnittchen und Bier funktioniert, das zeigten die Gespräche nach dem Abschluss der Diskussionsrunde. Denn stehen Handwerker und Lehrer und damit die Praktiker erst einmal gemütlich beisammen, dann gibt’s schnell Ergebnisse: So wollen die Moerser Hermann-Runge-Gesamtschule und Glas Jansen eine Art gemeinsamen Technikunterricht ins Leben rufen. Die ersten Schritte im „Dialog für Ausbildung“ sind gemacht.