Zu kurz gedacht

Redaktionsleiter Michael Paßon. Foto: Markus Joosten / WAZ FotoPool.
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Bei der gescheiterten Müll-Ehe zwischen der Moerser Enni, Xanten, Alpen und Sonsbeck haben alle verloren. Für den bislang erfolgsverwöhnten Energieversorger ist es Ohrfeige und Rückschlag in punkto Produktoffensive zugleich.

Für die Nordkommunen der Beleg, dass ihre Volksvertreter nicht in der Lage sind, über den eigenen Kirchturm hinaus zu denken. Selbst der Bürger hat durch die nun günstigeren Tarife der Firma Schönmackers nur einen kurzfristigen Vorteil. Auf Sicht wurde hier die Chance vertan, sich durch frühzeitige interkommunale Zusammenarbeit für die Herausforderungen der Zukunft zu wappnen.

Chance vertan, „für ein Linsengericht“, wie Sonsbecks Leo Giesbers es ausdrückt. Der Mann hat Recht. Die Politik singt so gern das Hohelied auf künftig notwendige Kooperationen zwischen den Kommunen. Weil Synergie-Effekte eine der wenigen Hoffnungen in der todkranken Gemeindefinanzierung sind. Reden ist Gold, scheint’s. Das Ganze erinnert an einen Hund, der heute eine Wurst bekommen kann oder morgen eine Vorratskammer. Er frisst die Wurst.

Soll niemand das neue Schönmackers-Angebot als Erfolg verkaufen. Man sollte dem Bürger lieber erklären, warum er so viele Jahre offenbar mehr für die Müllentsorgung gezahlt hat, als der Entsorger braucht.