Zehn Jahre für Antonio Strangio
27.01.2009 | 20:15 Uhr 2009-01-27T20:15:00+0100GERICHT. Das Schwurgericht erkannte auf Totschlag, die Verteidigung hatte auf Notwehr plädiert und den Freispruch gefordert.
NEUKIRCHEN-VLUYN/KLEVE. Notwehr, Mord oder Totschlag? Am letzten Tag des Prozesses gegen Antonio Strangio, der am 1. Juli 2008 seinen Teilhaber Yussuf A. an der Oderstraße in Neukirchen-Vluyn tötete, gingen die juristischen Bewertungen der Tat auseinander wie kaum sonst in einem Strafprozess. Das Urteil des Schwurgerichts unter dem Vorsitz von Richter Ulrich Knickrehm lautete schließlich: zehn Jahre Gefängnis wegen Totschlags.
Damit entsprach das Urteil exakt dem Antrag von Staatsanwalt Heinz-Joachim Moser. Verteidiger Jürgen Gerigk hingegen hatte einen Freispruch gefordert; sein Mandant sei von Yussuf A. bedroht worden und habe lediglich in Notwehr zur Waffe gegriffen. Für Mord hielt es der Rechtsanwalt des Bruders des Opfers, welcher als Nebenkläger am Prozess teilnahm.
"Wir sind hier nicht in Italien oder der Türkei"
Der Bruder des Opfers hatte das Wort an den Angeklagten gerichtet, bevor sich das Gericht nach den Plädoyers zur Urteilsberatung zurückzog. Er sei "einfach nur wahnsinnig traurig", so der 30-Jährige. Es sei nie der Gedanke gewesen, "deiner Frau und deinen Kindern was anzutun". Yussuf A. hatte seinen jüngeren Bruder in der Firma Antonio Strangios installiert, beide kannten sich also gut. "Wir sind hier in Deutschland, nicht in der Türkei, nicht in Italien", rief der Bruder des Toten. Er habe diesen "einwickeln und begraben" müssen, eine Katastrophe für die ganze Familie. Von der Zuschauerbank war darauf eine schluchzende Stimme zu hören, die einer Angehörigen Antonio Strangios gehörte: "Hättet ihr ihn in Ruhe gelassen, wäre das nie passiert."
Verteidiger Jürgen Gerigk hob in seinem Plädoyer auf die Angst ab, die sein Mandant über Jahre gehabt habe. Strangio sei in einer Ausnahmesituation gewesen, obwohl er doch eigentlich nur in Ruhe und Frieden habe leben wollen. Eine Bedrohung oder einen Angriff, die den Kfz-Meister in eine Notwehrsituation gebracht hätten, sahen allerdings weder Richter noch Staatsanwalt.
Kein Angriff des Opfers, aber es war nicht arglos
Zwar habe Strangio vor Yussuf A. Angst gehabt, er sei aber von ihm nie körperlich angegriffen worden. Ein Schritt auf ihn zu habe der Täter nicht als Angriff des Opfers werten können. Andererseits sei es aber auch kein Mord gewesen, denn eine Arglosigkeit habe beim Opfer nicht vorgelegen. Yussuf A. sei am Tattag der Aggressive gewesen und habe mit Reaktionen rechnen müssen. Dass die Waffe durchgeladen gewesen sei, werteten die Richter als Indiz dafür, dass es sich nicht um Notwehr handelte.REVISION MÖGLICHDie Staatsanwaltschaft hatte von vornherein einen Totschlag angeklagt. Die vierte Strafkammer des Landgerichts Kleve, das Schwurgericht, hatte indes das Verfahren mit dem Hinweis eröffnet, dass auch eine Verurteilung wegen Mordes möglich sei. Nebenkläger und Verteidiger können gegen das Urteil Revision einlegen.
13:28
Ich kann nachempfinden was in Antonio vorgegangen sein muss...Und auch wenn es prinzipiell richtig ist eine angemessene Strafe in solchen Fällen auszusprechen (stellt Euch vor ein jeder würde Selbstjustiz betreiben!), trägt das Urteil einen bitteren Geschmack.
Was für einer vor allem psychischen Belastung muss Antonio in dieser Zeit unterlegen haben. Dein hart erarbeitetes Leben, deine Existenz wird dir ohne erfindlichen Grund weggenommen, deine Familie zudem noch bedroht. 4 Jahre hat der Mann unter diesen Umständen gelitten und sich dann in eine Kurzschlußreaktion, vielleicht nicht ausgelöst durch Angst, sondern durch blanken Hass, von dieser Last befreit.
In einem Kommentar unter einem anderen Beitrag zum Prozess, schrieb jemand Antonio sei selbst schuld gewesen, hätte er damals die S-Klasse seines späteren Geschäftspartners ordnungsgemäß repariert, wäre ihm nicht so geschehen.
-Unfassbar. Mein Gerechtigkeitsinn sträubt sich gegen derartige Aussagen, auch diese die ich hier in den Kommentaren über mir lese.
Mein Gerechtigkeitssinn sagt mir, dass Antonio es verdient hätte wieder ein firedliches und stinknormales Leben mit seiner Familie zu führen und die Ereignisse zu vergessen. Ich hoffe er kann dies immernoch, wenn die 10 Jahre Gefängnis (immerhin bleibt die Hoffnung, dass man eine solche Haftstrafe möglicherweise verkürzen kann) überstanden sind.
Ich habe den Mann immer als angenehm und vertrauenswürdig kennengelernt und wünsche es ihm wirklich. Ich würde übrigens meinen Wagen auch wieder in seine Hände geben...
Für die Familie von Acar tut es mit Leid, einen solchen Menschen und seine Taten in der eigenen Familie ertragen zu müssen.
01:59
TONI geniesse deine RUHE im Knast, die hast du dir mehr als verdient, nach harten Jahren zuvor mit Acar und im nachhinein noch die Verhandlung über Acar
bleib stark und die Zeit vergeht schnell ....
sei gegrüsst
02:09
Yusuf RUHE IN FRIEDEN, Vermissen Dich.....R.I.P
12:38
Ich kenne Toni seit über dreißig Jahre. Wir waren zusammen bei der Armee. Toni hatte nie einen aggressiven Charakterzug. Er war immer gerade. Er hat nie auf Staatskosten gelebt. Er hat nie sein Geld mit Illegalen Geschäften verdient. Ich kannte diesen verstorbenen Teilhaber nicht, aber was ich gelesen habe lässt mich nicht auf seine Seriosität schließen. Da ich sicher bin dass Toni keine Angst um sein Leben hat, vielmehr die Sicherheit für seine Familie garantieren möchte, glaube ich dass in diesem Fall der Staat die Hose voll hatte. Es wurde auf keinen Fall ein objektives Urteil gefällt. Leider habe ich gedacht, diese Unfähigkeit des Staates gibt es nicht in Deutschland. Ich habe verstanden: „Der deutsche Staat wird geführt von einem Haufen überhonorierter Dilettanten und Hasenfüßen“.
03:17
also wenn du damit meinst das ich der bruder bin,dann irrst du dich fuckacar.. mir ist es egal was mit dem toni passiert...10jahre seife heben wird schon weh tun..wie yusuf.a gestorben ist das ist mir auch egal...ich finde das nur witzig wie man daraus so ein drama macht und jeder ein auf anwalt hier macht...alle kennen sich hier aus mit juristichen geschichten..alle erz. hier ein von prof. das einzige was ich im saal gesehen habe waren arbeitslose und schwarzköpfe..die mütter tun mir leid,der rest ist mir egal..ps. am ersten tag hat ein freund von mir ausgesagt zur info;)
10:56
Heißt natürlich : aus dem Affekt etwas zu tun.
10:50
an fürACAR:
Geplant heißt: man hat einen Plan.
Affekt heißt: ohne Plan , aus dem Effekt etwas zu tun( emotional)
21:02
Niemand hat das recht einem anderen das leben zu nehmen egal was er macht und was er ist !!!! wenn es schon passiert das man aus verzweiflung jemanden umbringt !!!!stelle ich mich!!!! und organisiere nicht danach wie der wagen weg kommt!!! wie ich die waffe beseitige etc..... Es war geplant von Strangio und das ist das schlimme dabei!!!!! und deshalb sind 10 Jahre zu wenig.. Und wisst Ihr was das schlimmst an der ganzen sache ist?????????? ER HAT NOCH NICHT EINMAL SEINEM TOT RUHE GEGEBEN er hat seine leiche an verschiedenen orten abgelegt . Strangio hat noch nicht einmal zugelassen das die familie sich von Y.A verabschieden kann.
19:14
..und trotzdem hat er es nicht verdient so zu sterben....
19:10
..an alle die die jetzt Frieden vorYusuf Acar haben...lch hoffe ihr könnt jetzt endlich in Ruhe leben...