Wohnst Du schon oder lernst Du nur?
29.12.2011 | 15:07 Uhr 2011-12-29T15:07:00+0100
Kamp-Lintfort.„Ja, wir haben Druck auf dem Wohnungsmarkt.“ Hochschulpräsidentin Marie-Louise Klotz weiß um die studentischen Probleme, wenn es ums Mieten geht. „Wir müssen die Bevölkerung bei diesem Thema mit ins Boot holen.“
Dabei ist es nicht so, dass es in Kamp-Lintfort keinen freien Wohnraum gibt. Klotz: „Bürgermeister Christoph Landscheidt hat mir gesagt, dass es freie Wohnungen gibt.“ Aber offenbar will nicht jeder Immobilieneigentümer an Studenten vermieten.
„Vielleicht machen wir mal Informationsstände in der Fußgängerzone“, nennt die Hochschulpräsidentin eine ihrer Ideen.
Hoffnung auf Selbstläufer
„Wenn der erste Schritt zum Vermieten an Studenten gemacht ist, könnte das ein Selbstläufer werden“, hofft Klotz. „Wer sich einmal dazu entschlossen hat, auch an eine Wohngemeinschaft – das gehört bei Studenten einfach dazu – zu vermieten, kann sicher sein, dass die Wohnung dann auch auf Dauer vermietet ist. Die Studenten sind dann natürlich bestrebt, dass alle Zimmer belegt sind.“
Noch ein bisschen schwieriger wird es nach der Erfahrung von Klotz, wenn sich ausländische Studenten um eine Wohnung bemühen. „Wir haben Menschen aus 58 verschiedenen Nationen an der Hochschule. Daran muss noch gearbeitet werden, dass auch sie Vermieter finden.“ Die Studenten müssten ein Gesicht bekommen – das könne die Wohnungsnot lindern.
Ein zusätzliches Problem sei in diesem Zusammenhang auch der demografische Wandel. Klotz: „Immer mehr Menschen sind an kleinen Wohnungen interessiert.“
Aber gerade eine älter werdende Bevölkerung biete auch eine Chance. „Ältere Menschen leben vielleicht allein in einem größeren Haus. Gerade sie könnten Mieteinnahmen gebrauchen, hätten Leben und Geselligkeit im Haus, vielleicht auch jemanden, der beim Einkaufen hilft“, so die Hochschulpräsidentin.
Auch wenn sich ein Haus- oder Wohnungsbesitzer vielleicht lieber einen Professor als Mieter wünscht: Klotz bricht eine Lanze für ihre Studenten. „Das sind nette Mieter, da gibt es nicht immer nur Party, Schmutz, Gerüche oder Sodom und Gomorrha!“
Wer kein Glück beim Finden von Wohnraum hat, kann sich übrigens auch an die Stadt wenden. Sozialamtsleiter Franz-Josef Evers: „Wer eine Wohnung sucht, dem können wir helfen.“ Im Bereich des sozialen Wohnungsbaus, für den Studenten normalerweise eine Zielgruppe seien, gebe es etwa 150 freie Wohnungen. „Aber kleine Wohnungen sind Mangelware“, räumt Evers ein. Einen Vorteil bietet der soziale Wohnungsbau für die Studenten. Evers: „Die Frage nach Mieterhöhungen stellt sich hier nicht – die sind festgelegt.“
0mitdiskutieren