Wohnen: Neue Konzepte gefragt

Kamp-Lintfort..  Auf lange Sicht gibt es kein Vertun: Die Kamp-Lintforter werden weniger, sie werden älter und haben zugleich zunehmend spezielle Ansprüche an ihr Zuhause: Um sich für die Zukunft in Sachen Wohnen optimal aufzustellen hatte die Stadt das Dortmunder Büro Schulten Stadt- und Raumentwicklung beauftragt, ein Handlungskonzept für Kamp-Lintfort zu erarbeiten. Das wurde am Mittwoch in der Sitzung des Stadtplanungsausschusses vorgestellt.

Preisgünstige Mieten sind nicht nur in Großstädten ein Thema – auch in Kamp-Lintfort stellen Sanierungsmaßnahmen und daraus resultierende Mieterhöhungen Haushalte mit geringem Einkommen zunehmend vor Probleme. Die Lage im sozialen Wohnungsbau sei aber trotz aller Fördermaßnahmen nicht gerade rosig, so Bürgermeister Christoph Landscheidt. Mittel der Wohnraumförderung würden durch Investoren häufig nicht abgerufen, da diese stets mit Auflagen verbundenen Gelder in der derzeitigen Niedrig-Zins-Phase als nicht attraktiv angesehen werden, so formuliert es das Planungsbüro in seinem Handlungskonzept. Christoph Landscheidt sagt mit Blick auf das geplante Rathausquartier. „Wenn wir keinen privaten Investor finden sollten, dann bauen wir selbst.“ Für Matthias Heding vom Dortmunder Planungsbüro birgt die Entwicklung des Rathausquartiers und die aktive Rolle, die die Stadt dabei spielen kann, eine große Chance für Kamp-Lintfort.

Positiven Einfluss auf ihre Einwohnerzahlen nehmen kann eine Stadt nur über Zuzüge – hier aber sieht das Planungsbüro eine Handlungsbedarf und spricht von einem „verbesserungsbedürftigen Image als Wohnstandort“ – eine Einschätzung, die die Ausschussmitglieder mit Blick auf aktuelle Projekte so nicht stehen lassen wollten.

Zunehmend gebraucht werden nach Schätzung der Experten künftig vor allem kleine Miet- und Eigentumswohnungen. Und nicht nur barrierefreies Wohnen wird mehr und mehr Thema – auch spezieller Wohnraum für gemeinschaftliche oder gar mehrgenerative Wohnprojekte wird stärker nachgefragt.

Wichtig in diesem Zusammenhang – die Nahversorgung. Diesbezüglich gute Nachrichten gibt es für die Bürger im Geisbruch: Hier startet nach dem Geisbruchfest im September der Ausbau und die Erweiterung der Ferdinanten-, Schul- und Heinrichstraße. Für die in vier Bauabschnitten geplante Maßnahme nimmt die Stadt 2,4 Millionen Euro in die Hand.

Thema im Ausschuss war aber auch der Zwischenstand bei einem weiteren Großprojekt – Logport IV. Hier ist die Regionalplanänderung nahezu abgeschlossen, die überarbeiteten Pläne werden vom 4. Mai bis 5. Juni im Planungsamt ausgelegt.