Kommentar
Wo genau sind die Helden?
22.01.2010 | 19:02 Uhr 2010-01-22T19:02:00+0100Schwupps, ist die Woche vorbei. Noch bis morgen dürfen die Kamp-Lintforter Helden sein. Schrammte das Kulturhauptstadt Jahr auch ein bisschen den linken Niederrhein. Und Kamp-Lintfort hat mit seinem Programm auf jeden Fall eines gezeigt.
Nämlich, wie vielseitig die Stadt ist, die so gern auf Kohle und Kloster reduziert wird. Dass es viel mehr zu entdecken gibt, weiß jetzt nicht die ganze Welt, aber es waren ein paar mehr Augen auf die Bindestrich-Stadt gerichtet als sonst.
Ein dickes Programmheft sollte Interessierten den Weg durch eine Woche zwischen Multikulti-Fest, Musik und Kunst, bis zur Bergmannstradition weisen. Und war gleichzeitig eine Barriere. Ein Dilemma der vielen Veranstaltungen überhaupt im Kulturhauptstadtjahr. Die Highlights zu finden, die es ohne Ruhr2010 nicht gegeben hätte, ist schwer. Die Übersicht zu behalten zwischen Außergewöhnlichem und Banalem ist zuweilen etwas für Insider. Manche Veranstaltung scheint den Local Hero-Stempel aufgedrückt zu bekommen, ohne dass es dafür einer Heldentat bedurft hätte. Sondern war kultureller Alltag. Doch genau das wollen wir nicht: So tun, als hätte es Kultur im Alltag der Region ohne Ruhr2010 nicht gegeben. Es gilt die alte Erkenntnis: Manchmal ist weniger mehr.
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