Wo die Narren zur Bühne klettern

Die Tanzmäuse bekamen viel Beifall.
Die Tanzmäuse bekamen viel Beifall.
Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
Galasitzung des Elferrats von St. Marien Hochstraße im proppevollen Saal. Sogar Herbert Knebel, neuerdings wohnhaft in Orsoy, gab ein Gastspiel.

Moers..  „Es wird gesungen, getanzt und gelacht! Bei uns ist alles hausgemacht“. So lautete das Motto der Galasitzung des Elferrats von St. Marien, Hochstraß. Sogar die Speisen an diesem Samstag Abend waren selbst hergestellt, auch der Service kam aus den eigenen Reihen.

Die Veranstaltung war hoffnungslos ausverkauft. Kein Wunder also,l dass der Einmarsch des Elferrats zur Turnübung geriet. Mangels eines freien Durchgangs zur Bühne mussten die Obernarren über die Stühle klettern. Indianer, Piraten, Musketiere und Putzfrauen mit Wischmopp auf’m Kopp flankierten den Einzug. Hinzu gesellten sich Delegationen befreundeter Gesellschaften in ihren närrischen „Dienstuniformen“. Natürlich war auch das Grafschafter Prinzenpaar Markus I. und Prinzessin Sabine I. samt Hofstaat und Vorstand des KGK erschienen.

Es wurde ein toller Abend mit tollem Programm: Da wuselten die „Tanzmäuse“ über die Bühne. Die Kindergarde meisterte ihren Auftritt mit viel Elan und Improvisation. Aber es gab anschließend doch einen Import zu bejubeln: Herbert Knebel war da! Na gut, fast. Christian Piepenstock vom Orsoyer Karnevals-Komitee imitierte den bekannten Ruhrgebiets-Nörgler mit Bergmannskappe. Er kauft nur morgens ein, weil dann die Leute auf der Arbeit oder auf dem Arbeitsamt sind.

„Boh, glaubse“

Aber an die Rentnerinnen hatte Knebel alias Piepenstock nicht gedacht. Die stehen in langen Reihen an der Wursttheke, hören einfach nicht auf zu bestellen und er muss warten. Wegen Meckerns erhält er prompt Hausverbot. Konsequenz: „Boh, glaubse, da geh ich auch nicht mehr hin“.

Mit einer großen Leinwand erschienen die KfD-Frauen und präsentierten im Professoren-Outfit „Die Männerschule“. Dann heizten Präsident Wilfried Schönherr und Ehrenmitglied Dieter Hering, als Duo Loco, den Narren kräftig ein. Vizepräsident Andreas Klaffki adelte die beiden als „Black-Fööss von Hochstraß“. Duo Loco wird auch am Altweibertag auf dem Altmarkt für Stimmung sorgen.

Die St.-Marien-Garde, die an diesem Tage vor 11 Jahren gegründet wurde, trug zum Gelingen des Abends ebenso bei wie Uschi Schönherr und Edelgard Tilly, die über ihre Gesellschaftsmitglieder tratschten – frei nach dem Motto: „Lieber ein Schwein daheim als ganz allein!“

Als „Tramps vom Elferrat“ zogen Andreas Klaffki und Willi Osterbrink über die Moerser Politik her: „Jetzt hat die Stadt schwarz gewählt und sogar nachts ist es schwarz geworden“, erinnerten sie an den Bürgermeister-Wechsel und die Nachtabschaltung. „Miss Schrubber“ alias Gisela van Zwaamen, mittlerweile eine Legende des Moerser Karnevals, hatte zu später Stunde das Wort und zog natürlich über die Männerwelt her. Sie bedauerte ihre Besuche beim Arzt: Wenn sie früher als junge Frau zum Arzt kam, habe es noch „ausziehen“ geheißen. Und heute? „Nur noch Zunge raus.“

Die Hymne von Hochstraß

Natürlich ließ sich das närrische Volk nicht dazu bequemen, den Heimweg anzutreten, bevor nicht die Hymne von Hochstraß angestimmt wurde. Aus über 150 Kehlen erschallte das Lied: „Tante Lena“ als krönender Abschluss.