Wirbel um den „Abi-Contest“ im Sportpark Rheinkamp

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Was wir bereits wissen
Teilnehmer der Veranstaltung sagen, sie sei total aus dem Ruder gelaufen. veranstalter und Polizei sehen das indes nicht so. Auf jeden Fall war der Andrang enorm.

Moers..  Wirbel um den „Abi-Contest“: Teilnehmer der Veranstaltung mit 1500 Schülern, Lehrern und Eltern in der Nacht zu Sonntag im Enni Sportpark Rheinkamp berichten, der Event sei „völlig aus dem Ruder gelaufen“. Dagegen setzt sich nicht nur Veranstalter Eren Kocak zur Wehr. Auch Enni als Eigentümer der Halle und die Polizei schildern die Ereignisse weniger dramatisch.

Beim Abi-Contest treten Oberstufenteams von Schulen gegeneinander an. Unter anderem als Sänger, Musiker, Parodisten oder in Tanzformationen gilt es, angefeuert durch die Mitschüler Punkte zu sammeln. Dem Gewinner winken 1000 Euro für den Abiball. Zusätzlich geht von jeder verkauften Karte ein Euro an die jeweiligen Schulen.

Nun gab es am Samstagabend unbestritten Probleme, denn: 1200 von 1500 Tickets waren im Vorverkauf abgesetzt worden. Offenbar gab es für dem Rest an der Abendkasse erheblich mehr Interessenten als Karten. Schon vor 21 Uhr, also eine Stunde vor Beginn des Wettbewerbs, sammelten sich Besucher an den zwei Eingängen, bis 22 Uhr schwoll die Menge an, mittlerweile auch mit denjenigen, die bereits Karten hatten. Von da an gehen die Wahrnehmungen auseinander. Schüler berichteten gestern von „beängstigendem Gedränge“, von Besuchern, die gegen die Glasfront des Sportparks gedrückt wurden, von Mädchen, die im Gewühl zu Boden sanken und verletzt worden seien. Auch seien Flaschen geflogen.

Die Polizei bestätigt, dass sie gegen Mitternacht alarmiert wurde. „Panikartige Zustände“, wie es im Notruf hieß, hätten die Beamten aber ebenso wenig festgestellt wie Verletzte. Eine Person sei wegen Alkoholmissbrauchs kollabiert, mit dem Abi-Contest habe dies aber zu tun gehabt. Richtig sei, so die Polizei, dass es Gedränge und lange Wartezeiten gab. Die wurden nicht zuletzt durch die aufwändigen Einlasskontrollen verursacht, bei denen die Besucher Ausweise und minderjährige Gäste Begleiterpapiere vorlegen müssen, so genannte „Mutti-Scheine“. So mussten selbst Besucher mit Eintrittskarten stundenlang warten.

Veranstalter Kocak betont gleichwohl, dass er ausreichend Sicherheitspersonal hatte: „Es waren 13 Leute da, nach dem Gesetz hätten bei 1500 Besuchern zehn gereicht.“ Der Abi-Contest soll 2016 weitergehen – dann aber, so verspricht Kocak, mit drei Eingängen.