Das aktuelle Wetter Moers 12°C
Nachrichten aus Moers...

"Wir sitzen auf einem Pulverfass"

10.07.2009 | 18:05 Uhr
"Wir sitzen auf einem Pulverfass"

Anwohner der Kirchstraße kritisieren, dass neue Bäume nur einen Meter neben der Gasleitung gepflanzt werden sollen. Am Niederend hat man ähnliche Bedenken gegen Neupflanzungen.

Rheurdt. „Wir sitzen demnächst auf einem Pulverfass. Aber der Gemeinde ist das offensichtlich egal”, schildert Ingrid Greyl ihre Ängste. Die Gemeindeverwaltung will auf der Kirchstraße Bäume pflanzen, nur gut einen Meter neben der Gasleitung.

„Wir geraten leicht in Verdacht, etwas gegen Bäume zu haben. Das ist aber ganz und gar nicht der Fall”, will Hans Paulini Missverständnissen vorbeugen. „Wir mögen Bäume, aber an der richtigen Stelle”, schildert Paulini weiter.

Üblicherweise betrage der Sicherheitsabstand zu Straßenbäumen bei den Niederrheinischen Gas- und Wasserwerken (NGW) 2,5 Meter. „Es gibt eine Stellungnahme der NGW, dass in diesem Fall 1,2 Meter unbedenklich seien.” Dem wollen die Betroffenen aber keinen Glauben schenken.

Zweifel an der

Ordnungsmäßigkeit

Die Gemeinde wolle eigens Wildbirnen pflanzen, die langsam wachsen und keine breiten Wurzelteller entwickelten. „Darum geht es uns nicht. Bäume können bei Sturm umfallen, dann würden die Wurzeln die Gasleitung mit hochreißen.” Zudem zweifeln die Anwohner daran, dass die Wurzelschutz-Folien im Erdreich durch die Baufirma ordnungsgemäß verlegt worden seien. „Die Gemeinde hat auf meine Anrufe erst reagiert, als das Erdloch schon wieder zugeschüttet war”, berichtet Ingrid Greyl.

Andernorts würden selbst schöne alte Bäume, wenn sie den Gasleitungen mit ihren Wurzeln gefährlich nahe kämen, gefällt, wie beispielsweise unlängst in Goch oder Gladbach. „Und unsere Gemeinde pflanzt dort eigens welche...”, ergänzt Roswitha Pusnik.

Wurzeln drücken

Platten hoch

Die Wildbirnen, die nun gepflanzt werden sollten – wie man im Neubaugebiet An Deckers sehen könne – seien wirklich keine Schönheiten und wegen ihres Zwergwuchses auch wenig gut fürs Kleinklima. Nicht zuletzt: „In unserer Kirchstraße haben doch noch nie Bäume gestanden...”

Aber auch Bürger am Niederend, wo der Kanal ebenfalls demnächst saniert wird und ebenfalls Bäume neu gepflanzt werden sollen, wehren sich inzwischen. Werner Fronhoffs, selbst betroffen und SPD- Fraktionschef: „Die Wurzeln drücken nur wieder die Bordsteine und Gehwegplatten hoch. Außerdem werden die neuen Pflanzbeete so groß, dass man mit dem Auto weit ausholen muss, wenn man in seine Einfahrt einbiegen will”, moniert er.

Grundsätzlich sind sich alle einig: „Die Pflanzbeete könnten genauso gut mit schönen Sträuchern, Bodendeckern oder Blumenkübeln versehen werden, wie beispielsweise in Sevelen. Wir wären sogar bereit, die Anlagen zu pflegen”, so Ingrid Greyl. Darüber hinaus könne man als Ersatz für gefällte Bäume an anderer Stelle im Ort viel besser Bäume pflanzen.

Klara Helmes

Facebook
 
Kommentare
13.07.2009
12:16
Wir sitzen auf einem Pulverfass
von Klar_doch | #1

Und wenn ich sonst nichts zu nörgeln habe, dann ...

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/473872/create

Aktuelle Fotos und Videos
Musik und Sonne pur
Bildgalerie
Moers Festival
Helges Heimatabend im Zelt
Bildgalerie
Helge Schneider
Freibad in Kamp-Lintfort öffnet
Bildgalerie
Lifestyle
Unwetter am Niederrhein
Bildgalerie
Wetter
Aus dem Ressort
Lösung noch vor Mitternacht
Wissenschaft
Studierende des zweiten Semesters aus dem Studiengang „Medien und Kommunikationsinformatik“ der Fakultät Kommunikation und Umwelt nahmen an einem Programmierwettbewerb zur Erstellung kleiner Helfer-Programme teil.
Dank an die Finder
Kriminalität
Moers. Es ist etwas ungewöhnlich: Sigrid Mayer wurde bestohlen, aber sie möchte sich bedanken. Und zwar bei drei Jugendlichen, die ihr das Portemonnaie zurückbrachten, das ihr Taschendiebe am Mittwochmittag gestohlen hatten.