„Wir sind ja keine Betonköpfe“
28.03.2011 | 18:13 Uhr 2011-03-28T18:13:00+0200
Moers.CDU-Fraktionschef Klaus Rudatsch sprach im Interview über Verantwortung, die Zinslast und ein neues Denkmodell in der Sportentwicklung.
Laut kann er nicht. Oder sagen wir: Er ist es einfach nicht. Wenn alle Besucher von Ballonfestival und Co. so gestrickt wären wie Klaus Rudatsch, dürfte Moers wohl 20 lärmintensivere Veranstaltungstage im Stadtpark planen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende ist ein Mann der Zahlen. Und als solcher befürwortet er Ausgliederungen und Personalabbau. Und er fordert, Politik nicht auf dem Rücken unserer Kinder zu machen. Wir sprachen im Vorfeld der Haushaltseinbringung am 6. April mit den Vorsitzenden der Ratsfraktionen.
Herr Rudatsch, ein Wort zu den Wahlen im Südwesten.
Insbesondere das Ergebnis in Baden-Württemberg ist bedauerlich. Mappus hatte sich schon lange schlecht verkauft, und jetzt kam das Atom-Unglück oben drauf. Man muss die Ergebnisse aber relativieren. In Rheinland-Pfalz glaubt die SPD trotz eines Verlusts von zehn Prozent, sie habe den Regierungsauftrag der Wähler. In Stuttgart bleibt die CDU mit Abstand die stärkste Fraktion, aber da will das Volk angeblich einen grünen Ministerpräsidenten.
21:44
Das muss man sich mal vorstellen Ende Januar stand hier an gleicher Stelle kein Schwimmen in Rheinkamp und jetzt nicht einmal acht Wochen später spricht sich die Moerser CDU doch dafür aus, das Schwimmen und den Sport in Rheinkamp zu konzentrieren. Das Solimare in Moers soll für die Restlaufzeit dann noch weiter genutzt werden. Ich als Moerser Bürger habe sowiso nicht verstanden, warum man an zwei Standorten rumkleckert, anstatt an einem Standort etwas gescheites zu planen. Da ja nun die Standortfrage klar ist sollten die politischen Entscheidungsträger dafür sorgen, dass ein gute Lösung für alle Bürger dabei herauskommt.
09:51
Ups, das ist ja ein Schlag ins Gesicht der Rheinkampoer Genossen. Schwimmen in Rheinkamp konzentrieren? Trotz SPD Hochburg?
Ich finde es gut, dass die CDU Fraktion Realitäten nicht mehr bekämpft und Fakten berücksichtigt. Die Aussagen im Interveiw sind in meinen Augen endlich ein richtiger Schritt, den Moersern zu zeigen, dass es noch eine Partei zu geben scheint, die es für ganz Moers gut meint und nicht nur für die Stadtteile, in denen die eigene Klientel wohnt.
Auch kann ich den Gedanken, Eislaufen als Wir4 Aufgabe zu betrachten nur befürworten. In Zeiten, in denen es gilt zu sparen, kann man so ein Angebot - wenn es für mich auch eine abflauende Nischensportart ist - ermöglichen. Auch das Erhalten eines Schwimmbades, so lane es möglich ist und nicht wieder durch obskure Brandschutzgutachten behidnert wird, sehe ich als Schritt in die richtige Richtung.
Jede Möglichkeit, um den Haushalt zu konsolidieren, ist zu berücksichtigen. Der Bürger in Moers muss aber noch nachvollziehen können, warum das sein muss und warum Entscheidungen so gefällt werden. Mangelnde Kommunikation, wie die Ampel es praktiziert ist da nicht die richtige Lösung. Ich glaube fest daran, wenn der Steuerzahler erklärt bekommt, warum, was, wie entschieden wurde, wird er es akzeptieren. In Stuttgart in Bezug auf den Bahnhof wurde es versäumt und ging in die Hose.
Erklären und Einbeziehen sind die wichtigsten Faktoren für eine funktionierende Gesellschaft, die auf Demokratie aufgebaut ist. Ich wünsche mir, dass die Moerser Politik endlich mal aufeinander zu geht und gemeinsam Lösungen bietet und das Beste für alle Moerser Bürger erarbeitet. Dazu gehört auch, der anderen Partei mal zuzuhören und auch deren Vorschläge abzuwäägen. Bisher sieht man diesbezüglich wenig in den Ratssitzungen. Diese Schelte gilt übrigens für alle Ratsfraktionen, egal welcher Coleur.