Wir sind anders
16.05.2010 | 15:15 Uhr 2010-05-16T15:15:00+0200Die künstlerische Leitung der Local Heroes Woche hat ein beachtliches Programm hingelegt. Das kann man festhalten, ohne schon alles gesehen zu haben.
Tim Isforth, Anja Schöne und Joachim Henn präsentieren mit dem „Herzrasen“ eine der wahrscheinlich eigenwilligsten Helden-Wochen der gesamten Reihe. Und bleiben damit einer Moerser Tradition treu. Was hier entsteht, war immer schon ein bisschen anders. Das fing mit Holk Freytags Schlosstheater an und hörte mit den beiden großen Festivals nicht auf. Moers war noch nie eine Stadt für eine Nacht, in der Kulturschaffende auf Tournee mal durchreisen, sondern Moers geht einen eigenen Weg. Und hat eigenes, engagiertes Personal.
Das ist auch so in der Local Heroes Woche im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010. Hier bekamen nicht Veranstaltungen, die es so oder so gegeben hätte, einfach den Hauptstadtstempel aufgedrückt – bis auf das Moers Festival, zugegeben. Hier wird nicht im Verborgenen klein-klein gefeiert. Die Moerser werden über die Kulturhauptstadt stolpern, sobald sie in der Innenstadt sind, ob sie wollen oder nicht. Eine pfiffige Idee. Und sie werden auf viele Kulturschaffende treffen, die mit Moers verbandelt sind, wie etwa Malte Pagel oder Coordt Linke. Diese Helden sind wirklich lokale Helden.
Die Grafenstädter haben ihrerseits nun die große Chance, in Zeiten, in denen manche am liebsten alles kaputtsparen würden, ein klares Signal für Politik und Verwaltung zu setzen. Sie können mit den Füßen abstimmen. Was wollen und brauchen sie? Nur Brot oder auch Spiele? Sagen sie: Was soll das Theater? Oder sagen sie: Theater muss sein! Wobei Theater in diesem Fall stellvertretend für alle künstlerischen Richtungen steht. Es ist dem engagierten Team und dem erfrischend eigenwilligen Programm zu wünschen, dass die Moerser sich ebenso präsentieren. Anders eben.
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