Wilder Garten statt englischem Rasen in Kamp-Lintfort

Evelyn Pittgens-Koch hat sich auf 80 Quadratmetern Garten ein kleines Paradies erschaffen.
Evelyn Pittgens-Koch hat sich auf 80 Quadratmetern Garten ein kleines Paradies erschaffen.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Evelyn Pittgens-Koch und Michael Koch halten nichts vom perfekten Garten. Sie lieben ihren wilden Stilmix. Von Rosen bis zu hoch gewachsenem Bambus.

Kamp-Lintfort.. Wer in den Garten der Familie Koch kommt, erlebt ein Stück pure Natur. Riesiges Schilf, Farn und Bambus wachsen hinter dem Haus. Dort versteckt sich ein kleines Bächlein, das bereits seit zehn Jahren plätschert. Ein Steinweg führt zu einer kleiner Gartenlaube mit Sitzgelegenheiten. „Seit zirka acht Jahren haben wir jetzt unseren Garten. Jedes Jahr kommt ‘was Neues dazu, so dass er sich immer verändert“, erzählt Evelyn Pittgens-Koch.

Neben dem kleinen Häuschen wachsen Rosen in den Himmel, und ein Duft von Lavendel liegt in der Luft. Michael Koch kümmert sich um das Grobe, für die Dekoration ist seine Frau zuständig. Sie hat ein Stück Asien zu sich nach Hause geholt. Ein meditierender Buddha sitzt vor dem Bambus, dahinter steht die Nachbildung eines Tempels. Ein roter chinesischer Sonnenschirm spendet den Pflanzen Schatten. Auf einer weißen, antik wirkenden Bank mit einem Kissen in asiatischer Optik stehen zwei Blumenkübel. Doch neben der Asienecke gibt es noch viel mehr zu sehen.

Stilmix bringt Abwechslung

„Bei uns im Garten gibt es einen Stilmix. Wir pflanzen und dekorieren, worauf wir Lust haben“, gibt die 65-Jährige zu. Im hinteren Bereich des Gartens hat sie einen Kräutergarten mit Rucola, Schnittlauch und Bärlauch angelegt. Durch kleine Steinmauern sind die Blumenbeete abgegrenzt. Lavendel, Hortensien und Königskerzen wachsen und gedeihen dort. Der 90 Quadratmeter große Garten besticht durch seine Natürlichkeit. „Wir wollen keinen perfekten Garten haben. Wir mögen es lieber wirr und ungezwungen. Außerdem haben wir so auch weniger Arbeit und können den Garten mehr genießen“, berichtet Evelyn Pittgens-Koch.

Nur drei Stunden in der Woche arbeiten die beiden in ihrer Oase. Aufgrund der Hitzewelle der letzten Tage mussten sie sich jedoch vermehrt um die Bewässerung ihrer Pflanzen kümmern. „In den letzten Tagen haben wir die Blumen natürlich öfter gegossen. Jeden zweiten Tag musste das schon sein“, erklärt Michael Koch. Bekämpfung des Unkrauts ist kaum ein Thema, da fast keines wächst. Die Beschaffenheit des Bodens ist perfekt und lässt die Pflanzen sprießen. Das Einzige, das etwas mehr Pflege und Zeit in Anspruch nimmt, ist der Bambus. „Es ist ja allseits bekannt, dass der schwer zu bändigen ist.“ Familie Koch hat daher das Gewächs extra in eine Wanne gepflanzt. Ein befreundeter Landschaftsgärtner kommt ab und an vorbei und schneidet den Bambus dann einfach wie eine Hecke.

Nicht zu viel düngen

Nur einmal im Jahr wird gedüngt. Das Ehepaar ist überzeugt, dass Gießen mehr bringt als irgendein Chemiezeugs. Das meiste Gewächs ist zudem winterfest. An lauen Sommerabenden verbringen die beiden gerne die letzten Stunden des Tages in ihrem kleinen Paradies. Kleine, gut verteilte Solarlampen sorgen für das nötige gemütliche Licht.