Wieder Unfälle mit Kindern in Moers und Umgebung

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Was wir bereits wissen
Für junge Fahrradfahrer ist der Straßenverkehr besonders gefährlich

Am Niederrhein..  Wenn Kinder verunglücken, dann meist mit dem Fahrrad – die gestrigen Polizeimeldungen machen dies wieder einmal deutlich. Polizeihauptkommissar Armin Janzen, Verkehrssicherheitsberater der Kreispolizeibehörde, ruft Eltern und Schulen auf, in Sachen Vorbeugung mit der Polizei zusammenzuarbeiten.

In Kamp-Lintfort wurde am Montag gegen 7.45 Uhr ein 17-jähriger Radfahrer verletzt, als er die Rheinberger Straße überqueren wollte und von einem grünen Kombi angefahren wurde. Die etwa 60 Jahre alte Frau fuhr davon, ohne sich um ihn zu kümmern. Am Montagnachmittag gegen 16 Uhr der zweite Vorfall in Kamp-Lintfort: Ein etwa zehnjähriges Mädchen bog mit ihrem Rad, die Schultasche im Fahrradkorb, vom Radweg der Friedrich-Heinrich-Allee in Höhe einer Querungshilfe nach links auf die Straße ab. Ein Bus konnte gerade noch bremsen, aber ein Fahrgast verletzte sich.

Nur eine halbe Stunde später erwischte es eine 14-Jährige, die in Moers auf dem Radweg der Düsseldorfer Straße unterwegs war und vom Fahrer eines weißen Kleinwagens übersehen wurde, der auf die Straße einbog. Der Mann stieg aus, redete nur kurz mit dem Mädchen und fuhr davon. Und in Neukirchen-Vluyn wurde eine Elfjährige am Verteilerkreis an der Innebolt­straße vom Auto eines 72-Jährigen erfasst und leicht verletzt, als sie die Straßenseite wechselte.

Hauptkommissar Armin Janzen ruft die Autofahrer zu ständiger Wachsamkeit auf: „Wir als Erwachsene müssen wissen: Kinder haben kein Gefahrenbewusstsein.“ Die Eltern, sagt Janzen, müssten ihren Kindern klar machen, dass sie sich stets umschauen müssen, wenn sie im Straßenverkehr unterwegs sind, und sich besonders auf dem Schulweg nicht ablenken lassen dürfen.

Auch wenn Kinder bis acht Jahre auf dem Gehweg fahren dürfen, sei dies noch lange keine Sicherheitszone: An Ein- und Ausfahrten lauern Gefahren. Das Tragen eines Helms und gut sichtbarer Kleidung sollte obligatorisch sein und von den Eltern vorgelebt, das Radfahren an sich müsse so früh wie möglich geübt werden, sagt Janzen.