Wie lebt es sich in Moers?

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Moers..  Rund ein Viertel der Moerser Bevölkerung, genauer gesagt sind es 26,6 Prozent der insgesamt 103 274 Einwohner, hat einen so genannten Migrationshintergrund. Menschen aus 110 Nationen leben in der Grafenstadt – Grund genug zu erforschen, wie sie zusammenleben, wie sie selbst die Situation empfinden. Am Dienstag wurden daher 4800 Fragebögen als Grundlage für eine wissenschaftliche Un­tersuchung verschickt.

An dem Projekt „Zusammenleben in Moers“ beteiligen sich neben der Stadt das Internationale Bürgerzentrum, der Internationale Kulturkreis (IKM), der Bunte Tisch und der Integrationsrat. Befragt werden nun Personen, die mindestens 16 Jahre alt sind, seit mindestens einem Jahr in einem Privathaushalt wohnen und hier den Hauptwohnsitz haben. Die 4800 Moerser sind in vier Zielgruppen unterteilt zu je 1200 Befragten: Deutsche, Bürger der EU-28-Staaten, Menschen aus türkisch- und arabischsprachigen Staaten sowie solche anderer Nationalitäten.

Fragebögen in deutscher Sprache

Wonach wird gefragt? Die Antworten sollen unter anderem Aufschluss geben über das nachbarschaftliche Verhältnis, Herkunft und Religionszugehörigkeit, die Kontakte, erlebte oder beobachtete Benachteiligung und Vereinsmitgliedschaft. Da manche Mitbürger mit dem Ausfüllen von Fragebögen in deutscher Sprache Schwierigkeiten haben könnten, werden Ansprechpartner genannt, die beim Ausfüllen oder Übersetzen helfen können.

Diese Hilfe ist auch notwendig: „Befragt werden auch Asylbewerber und Flüchtlinge“, sagt Amar Azzoug, Vorsitzender des Bunten Tisches. „Es geht darum, ihre Bedürfnisse zu ermitteln.“

Der Erste Beigeordnete der Stadt Hans-Gerd Rötters rechnet mit einem Rücklauf von 1800 bis 2000 Fragebögen. Nach deren Auswertung werden alle am Projekt beteiligten Organisationen ihre eigenen Stellungnahmen abgeben, welche zusammen mit der Auswertung den Ausschüssen und dem Stadtrat zur Verfügung gestellt werden.

Doch dies ist nur der erste Schritt. Nach dieser ersten Befragung soll es eine zweite, tiefer gehende geben. Die Stadt, so Rötters, sei zu diesem Zweck schon mit Geldgebern im Gespräch. Man wolle nicht nur stadtteilbezogen denken, sagt Azzoug.