Whiskey im Glas und auf der Zunge

Passendes Liedgut für den Whiskeyabend lieferte „Bolle“ Boldt
Passendes Liedgut für den Whiskeyabend lieferte „Bolle“ Boldt
Foto: Christoph Karl Banski

Moers..  Das lateinische „aqua vitae“ und das schottisch-gälische „uisge beatha“ sind die namentlichen Ursprünge des hochprozentigen Getränks, das wir heute als „Whisky“ kennen. Um das „flüssige Gold im Glas“ ging es auch bei einer von der Kulturoffensive Moers veranstalteten Lesung mit Musik am Samstagabend in der Röhre.

Besoffene Vögel

Auf der Bühne standen, jetzt bereits zum vierten Mal, die vier Bochumer Literaten, Musiker und Whiskyfreunde Rüdiger Boldt, Dirk Oltersdorf, Frank Schorneck und Rolf Weber. Abwechselnd präsentierten sie eigene und literarische Texte um Themen wie Alkohol, Trinken, Frauen, besoffene Vögel und die Nachteile einer Kuckucksuhr. Für authentische Live-Musik sorgte Irish-Singer „Bolle“ Boldt, der das Publikum mit Songs wie „The Hills of Connemara“ oder „Lily the pink“ schon bald zum Mitsingen animierte.

Klar, dass dabei auch der Whisky nicht zu kurz kam. Fünf ausgesuchte schottische Single Malts, vom 12 Jahre alten Glenmorangie über den rauchigen Talisker bis zum hochprozentigen Oban, gab es nacheinander zu probieren: „Im Gegensatz zu unseren Männern sind wir Frauen aber hauptsächlich wegen der Musik und der Texte hier“, erklärte eine Besucherin, die mit ihrer Freundesgruppe bereits zum dritten Mal dabei war. Besonders das intensive Torfaroma vieler schottischer Whiskys scheint offenbar nicht nach dem Geschmack ein jeder Frau.

Nachdem Rolf „Ralle“ Weber mit dem „Tagebuch eines Trinkers“ ein zungenbrecherisches Meisterstück abgeliefert hatte, fand der offizielle Teil des Abends mit „Whiskey in the Jar“ und „Dirty old Town“ nach dreieinhalb Stunden auch musikalisch ein stimmiges Ende.

Volles Haus

Röhre-Pächter Claudius Albustin konnte sich über ein volles Haus und das nicht nur jugendliche Publikum über einen in mehrerer Hinsicht geistvollen Abend freuen. Das Bochumer Quartett wurde jedenfalls nicht ohne das Versprechen, schon bald mal wieder zu kommen, entlassen. „We’ll drink a drink a drink,,,“, das wird niemandem so schnell aus den Ohren gehen.