Werbering gegen Vollversorger auf Niederberg

Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Vorsitzender Fietze fürchtet, dass ein großer Supermarkt den bestehenden Zentren schaden würde

Neukirchen-Vluyn..  Der Werbering Neukirchen-Vluyn spricht sich in der Debatte über eine Gewerbeansiedlung auf Niederberg gegen einen großen Lebensmittel-Vollversorger aus: „Wir sehen ganz klar die Gefahr, dass Kunden aus den gewachsenen Stadtteilen abgezogen würden. Dort könnten dann Läden verschwinden – und zwar nicht nur Lebensmittelgeschäfte“, erklärt Gernot Fietze, der Vorsitzende des Werberings, in einer Pressemitteilung.

Neukirchen-Vluyn vertrage auf Niederberg allenfalls einen kleineren Lebensmittelhändler für die tägliche Nahversorgung, findet der Werbering. „Ein großer Vollversorger würde zu viele Kunden aus den Stadtteilen abziehen. Außerdem ist auf Niederberg ja weiterer Einzelhandel geplant“, schreibt Fietze. Schon jetzt habe es der Handel nicht leicht: Mit den Ortskernen Vluyn und Neukirchen sowie den Geschäften an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße rund um Edeka und Netto besäße die Stadt bereits drei Zentren. „Diese müssen gestärkt werden, anstatt den Handel weiter zu zerfasern!“

Gernot Fietze findet es zwar verständlich, dass die Menschen auf Niederberg sich einen Lebensmittel-Vollversorger vor der Haustür wünschen. Man müsse aber auch die Realitäten sehen: „Auf Niederberg siedeln sich bei weitem nicht so viele Menschen an, wie für einen großen Lebensmittelhändler notwendig wären. Dieser müsste also Kunden aus den anderen Stadtteilen abziehen – dort würden dann womöglich Geschäfte schließen.“

Platz für kleinen Lebensmittelhändler

Gewachsene Versorgungsstrukturen, gerade auch für ältere, nicht so mobile Menschen, würden so gefährdet, schreibt Gernot Fietze weiter. „Es hat niemand etwas davon, wenn die Geschäftszentren in Neukirchen-Vluyn geschwächt werden und die Bürger an keiner Stelle mehr gute Einkaufsmöglichkeiten finden“, betont er. „Wir bleiben daher als Werbering bei unserer Einschätzung: Einzelhandel auf Niederberg darf die bisherigen Zentren nicht schädigen. Das heißt auch, dass hier nur für einen kleineren Lebensmittelhändler Platz ist!“

Die CDU hatte sich kürzlich dafür ausgesprochen, auf der Südfläche Einzelhandel mit einer Verkaufsfläche von maximal 800 Quadratmetern zuzulassen und dafür heftigen Widerspruch der Neubürger auf Niederberg geerntet.