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Wenn in der Kirche die Bässe wummern

13.02.2012 | 17:32 Uhr
Wenn in der Kirche die Bässe wummern
Broekhuis, Keller und Schönwälder traten in der Dorfkirche Repelen auf. Foto: Gisela Weisskopf / WAZ FotoPool

Moers.   Elektronische Musik gab es mit Broekhuis, Keller & Schönwälder in Repelen. Die Dorfkirche war nicht komplett ausverkauft, aber gut besucht.

Dass in einer Kirche die Orgeln brausen, kann schon mal sein. Dass aber die Bässe wummern, dass man meint, der Gottesbau bebt und der eigene Magen gleich mit, ist schon seltener. Nebel kommt zumindest in evangelischen Kirchen üblicherweise nicht vor. Und so ein Trumm von Technik im Altarraum schon mal gar nicht.

Rotlicht in der Kirche

Samstag Abend brachten die Elektronik-Musiker (oder sollte man sagen Tüftler?) Broekhuis, Keller und Schönwälder mit ihren Loops und Beats Leben in das Haus der Andacht in Repelen, sorgten aber auch mit ruhigen Phasen durchaus für Momente der inneren Einkehr – sofern man wollte. Atmosphärisches, rotes Licht tat das übrige.

Ausnahmsweise war die Dorfkirche nicht komplett ausverkauft, dennoch gut besucht. Vielleicht, weil ja am Sonntag erstmals noch ein zweites Konzert des Trios auf dem Programm stand. Seit 2004 ist das Trio mit dem Repelener Synthesizer-Freak Detlef Keller, dem Niederländer Bas Broekhuis und dem Berliner Mario Schönwälder einmal im Jahr Stammgast in der Kirche.

Samstag gab es nun elektronische Musik pur. Eindeutig etwas für Leute mit ganz speziellem Musikgeschmack. Drei Stücke standen auf dem Programm. Sie wurden nahtlos miteinander verwoben. Und man muss sich auf das, was sich da langsam und tranceartig auf einer Endlosschleife aufbaut, einlassen wollen. Denn ein musikalisches Feuerwerk an Überraschungen folgt nicht, ist auch nie Ziel dieser sphärischen Musik gewesen, die seit Klaus Schulze oder Tangerine Dream in den 80ern Freunde hat.

Auch in Repelen. Denn mit nur drei Stücken ließ das Publikum BK&S nicht gehen. Lautstark forderten die Zuhörer eine Zugabe. Und viele von ihnen werden auch im nächsten Jahr wieder dabei sein, wenn in der Repelener Dorfkirche ungewöhnliche Töne erklingen.

Karen Kliem

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