Wenn es Nacht wird auf dem Rummel
29.01.2008 | 00:39 Uhr 2008-01-29T00:39:11+0100HANDWERK. Im Wohnmobil reist Fotografenmeister Klaus Fabritz den Schaustellern hinterher. Er bringt Fahrgeschäfte ins Bild.
MOERS. Es gibt Produktfotografen, die schießen tagein, tagaus in ihren Studios nur Bilder von Schuhen. Oder von Lebensmitteln. Für Fotografenmeister Klaus Fabritz ersetzt der Nachthimmel die Studiodecke, denn er fotografiert die Fahrgeschäfte auf den Rummelplätzen. Von der Würstchenbude bis zum Riesenrad, von Friesland bis zum Münchener Oktoberfest, von Mai bis Oktober. Für den Moerser Klaus Fabritz ein Traumjob. Nur die Fahrgeschäfte selber ausprobieren kann er nicht: "Das vertrag ich nicht. Dann kann ich hinterher nicht mehr fotografieren."
In den Sommermonaten ist er unterwegs auf den Kirmessen in ganz Deutschland. "Fotografieren kann man nur nachts, sonst ist von der Effektbeleuchtung nichts zu sehen", erklärt er. Trotzdem hat er in seinem umgebauten Wohnmobil zehn große Blitzgeräte mit insgesamt 20 000 Watt Lichtleistung, denn "sonst sieht man nichts von der Bemalung."
Bei allem Handwerk geht aber nichts ohne die Bearbeitung am Computer: "Ein Kinderkarrussell hat bis zu 30 000 Glühbirnen. Irgendeine ist immer kaputt." Aber perfekt müssen sie sein, seine Fotos, denn mit ihnen bewerben sich die Schausteller bei den Platzmeistern der Kirmesplätze überall in Deutschland.
Fabritz: "Es ist schwer, einen Kirmesplatz zu planen. Die Infrastruktur muss stimmen, die Angebote für Kinder und Erwachsene, die Attraktionen und die Kirmesgastronomie. Die Platzmeister müssen sich ein Bild machen können, wie das Fahrgeschäft nachts aussieht und wie es in das Gesamtensemble passt."
Riesenräder seien besonders schwierig. "Man braucht Abstand, damit die Perspektive stimmt. Sonst wird's auf dem Bild eirig", schmunzelt Klaus Fabritz. Und das Wetter macht ihm ab und an einen Strich durch die Rechnung: "In Düsseldorf musste ich einmal alle Geräte vier Mal auf- und abbauen. Immer hat's genieselt."Klaus Fabritz ist 51 Jahre alt, hat eine Lebensgefährtin, zwei Söhne und einen Hund. Er führt den Betrieb des Vaters seit 1977 und machte 1984 seinen Meister. Im Januar 2007 siedelte "Foto Fabritz" von Repelen um an die Steinstraße in der Innenstadt. 14 Lehrlinge hat er im Laufe der Jahre ausgebildet, zur Kirmesfotografie kam er in den 90ern. Im Fotostudio bietet er alles vom Passbild bis zum Hochzeitsfoto. Sein Hobby: Ballonfahren, am liebsten mit Volker Kuinke. Und aus der Luft fotografieren. Klar. (hr)
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