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Wenn die Vorsorge zur Kostenfalle wird

09.02.2012 | 17:01 Uhr
Wenn die Vorsorge zur Kostenfalle wird
Thema Patientenverfügung.

Moers.Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht können sehr teuer werden.

Immer mehr Menschen wollen für den Fall der Fälle vorbereitet sein, kümmern sich um Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht: Was passiert mit mir, wenn ich selbst nicht mehr entscheiden kann? Zwei Formulare dokumentieren den eigenen Willen, die Vorsorgevollmacht wird beim Zentralen Vorsorgeregister gespeichert. Eine Moerserin (Name der Redaktion bekannt) wollte alles richtig machen und suchte nach Experten. Was sie letztendlich 1200 Euro gekostet hat.

Sie las die Anzeige der Moerser Anwaltskanzlei Gelbke, in der Rechtsanwalt Björn Jennert tätig ist, und entschied sich, dort Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht erstellen zu lassen. Eine Freundin hatte zuvor den Vortrag der Kanzlei zum Thema gehört und bestätigte der Redaktion, dass dabei ein Paketpreis von 500 Euro erwähnt worden sei.

„Ich war zwei Mal in der Kanzlei, einmal eine und einmal eine halbe Stunde“, so die Moerserin. Umso erstaunter war sie, als sie im August 2011 eine Rechnung über rund 1200 Euro (zwei mal 500 Euro plus Mehrwertsteuer) erhielt. „Wir haben vorher nie über Kosten gesprochen, ich habe auch nichts unterschrieben“, so die Moerserin, „darauf kann ich einen Eid schwören.“ Mit 500 Euro habe sie gerechnet, nicht aber mit 1200. Sie beschwerte sich beim Anwalt, bat um detaillierte Rechnung nach der Gebührenordnung für Anwälte und schaltete die Anwaltskammer ein.

Plötzlich wurde es drei mal so teuer

Am 24. August schrieb ihr Anwalt Jennert erneut: Die erste Rechnung sei gegenstandslos, vielmehr solle sie nunmehr etwa 3500 Euro zahlen. Die Moerserin schrieb wieder an die Anwaltskammer und zahlte rund 1000 Euro.

Mitte Januar bekam sie wieder Post. Wenn sie den Restbetrag zu den zuerst verlangten 1200 Euro zahle, sei die Sache erledigt – allerdings erwarte man, dass sie bei der Anwaltskammer erkläre, dass sich die Sache erledigt habe. Sollte sie damit nicht einverstanden sein, werde man den Betrag von 3500 gerichtlich geltend machen – also die eigene Mandantin verklagen.

Auf Anfrage der Redaktion erklärte Björn Jennert in einem dreiseitigen Schreiben, dass er seine Gebühren korrekt berechnet habe und dass die Kanzlei „dies in Anbetracht des Aufwandes und der Bedeutung für den Mandanten für angemessen“ halte. Er untermauert dies mit einem Gebührengutachten der Düsseldorfer Rechtsanwaltskammer aus 2009.

Die Moerserin rät allen Verbrauchern, bei Anwälten zuallererst nach den Kosten zu fragen. Sicher ist sicher.

Harry Seelhoff

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Kommentare
01.03.2012
18:20
Notar ist nicht gleich Anwalt!
von doliagi | #5

Während ein Notar nur beglaubigt, kurz gesagt nur unterschreibt und stempelt, berät ein Anwalt und versucht mit seinem Mandanten die beste Lösung für sein Anliegen zu finden, woraus sich natürlich auch höhere Kosten ergeben, was dieser oben genannten Dame wohl nicht bekannt ist. Zudem ist die Sparsamkeit alter Leute bekannt...
Der Artikel der NRZ beweist hier wirklich Bildzeitungsniveau. Ich persönlich finde, dass dieser sprachlich wirklich schlecht geschrieben ist und einem Hetzartikel gleicht.
Kein Stück Sachlichkeit!
Gebührengutachten der Düsseldorfer Rechtsanwaltskammer (!) sind doch wohl eindeutig und beweisen die Korrektheit und Professionalität dieser Anwaltskanzlei.

14.02.2012
16:54
Bildzeitungsniveau
von Thaljag | #4

Also ich finde der Artikel hat Bildzeitungsniveau. Ich war mit meiner Mutter selber bei einem Vortrag von dem Rechtsanwalt Jennert und weiß daher, dass ganz genau über die Kosten für so eine Beratung gesprochen wird. Meine Mutter hatte daraufhin auch eine Vorsorgevollmacht und eine Patienenverfügung von ihm erstellen lassen. Meine Mutter und ich sind in meheren Terminen sehr detailliert zu dem Thema aufgeklärt worden. Wir haben verschiedene Lösungen besprochen und dann haben wir eine ganz spezielle Vollmacht entworfen bekommen, die wirklich genau auf uns abgestimmt war. Das kann man wirklich nicht mit dem vergleichen, was bei so manchem Notar oder Anwalt so passiert. Ich weiß von Arbeitskollegen, die haben bei einem Notar nur 5 Minuten mit dem gesprochen und der hat denen dann die Urkunden in die Hand gedrückt, ohne dass man irgendwie aufgeklärt wurde, und das für ca. 400 €. Das finde ich viel schlimmer. Da bezahle ich lieber etwas mehr und bekomme ne gescheite Beratung. Vor allem ist der Rechtsanwalt Jennert auch jetzt noch für Rückfragen immer zu erreichen, ohne dass man wieder was bezahlen muss.
Die Frau hätte einfach im Vorfeld fragen müssen, was das kostet. Macht man doch woanders genau so wie bspw. in einer Autowerkstatt oder bei Handwerkern. Wenn ich nicht frage, darf ich mich hinterher nicht wundern. Hat die etwa geglaubt der Anwalt arbeitet für umsonst !?
Man sollte sich lieber selbst zuerst ein Bild machen von den Leuten über die da gesprochen wurde. Ich und meine Mutter waren mit dem Rechtsanwalt Jennert sehr zufrieden. Ich hätte gerne mal die Stellungnahme von Herrn Jennert gelesen, die da angesprochen wurde, genau so wie das Gebührengutachten von der Anwaltskammer. Das hat die Zeitung aber nicht abgedruckt.

10.02.2012
19:17
Wenn die Vorsorge zur Kostenfalle wird
von BananenrepublikBRD | #3

Tja, da dürften es nach dem Bericht wohl deutlich weniger Leute werden. Gut so.

10.02.2012
13:46
Wenn die Vorsorge zur Kostenfalle wird
von jopue | #2

Es ist schon sehr merkwürdig, wie in der Kanzlei Gelbke verfahren wird. Es ist doch wohl selbstverständlich, dass man seine Mandanten über die entstehenden Kosten aufklärt, bevor man in Leistung mit ihnen tritt. Das Verhalten des RA. Jennert ist sehr fragwürdig, wenn man die Mandantin dahin gehend noch erpresst und ihr sagt, sie solle von den bereits bezahlten 1000 Euro den Restbetrag von 200 Euro zahlen, dann der Anwaltskammer mitteilen, dass sich die Sache erledigt hätte; sonst müsste sie 3500 Euro bezahlen. Leider hat er seine Mandantin damit einschüchtern können. Ich finde, das ist ein Fall für`s Fernsehen. Hoffentlich folgt jetzt kein 3-seitiges Schreiben zur Rechtfertigung.

10.02.2012
09:49
Wenn die Vorsorge zur Kostenfalle wird
von funkydellek | #1

Irgendwie muss sich ja das Büro in Düsseldorf bezahlt machen. Wenns schlecht läuft, fängt man an Leute abzuzocken. Weis man schonmal, wo man besser nicht hingeht

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