Weniger Gewalt durch Jugendliche

AP Photo/Markus Schreiber
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Was wir bereits wissen
Die Polizei präsentierte die Kriminalitätsstatistik 2011: leichte Entspannung, aber Wohnungseinbrüche bereiten Sorge.

Moers/Kamp-Lintfort/Neukirchen-Vluyn.. Eine leichte Entlastung habe das letzte Jahr gebracht, erklärte gestern Polizeihauptkommissar Norbert Hohmann bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik. In Moers, Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn ist die Zahl der angezeigten Straftaten leicht gesunken – von 13 704 in 2010 auf 13 639 in 2011. Besonders wichtig für Kriminalhauptkommissar Karl-Heinz Mühlhaus ist die Entwicklung bei der Gewaltkriminalität: „Der Anteil der jugendlichen Täter ist zurückgegangen.“

Ohnehin liegt liegt der Anteil von Gewaltdelikten an der Gesamtkriminalität bei weit unter drei Prozent. „Im Bereich der Jugendkriminalität wird bei uns seit Jahren das Mehrfachtäter-Konzept gefahren“, so Mühlhaus. Ein Kripo-Beamter hat einen bestimmten jugendlichen Tatverdächtigen gewissermaßen „unter Beobachtung“ – dieser ständige Druck soll dafür sorgen, dass weniger Straftaten begangen werden.

Fünf Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren – drei Jungen und zwei Mädchen – aus Moers und Neukirchen-Vluyn stehen unter dieser Intensiv-Betreuung, bei der die Polizei mit dem Jugendamt und der Diakonie zusammen arbeitet. Aktuell hat die Kripo nach Überfällen durch Jugendliche unter anderem am Rheinkamper Ring die Ermittlungskommission „EK Ring“ gebildet.

Ermittlungskommission „EK Ring“ an der Arbeit

Die ersten Ermittlungsergebnisse der EK: Es ist offensichtlich keine Jugendgang in Moers unterwegs, vielmehr sei es eine zufällige Häufung, so Mühlhaus und sein Kollege Erwin Reinert.

Sorgen bereitet Norbert Hohmann und seinem Kollegen, Hauptkommissar Bodo Deja aus Kamp-Lintfort, die ständig steigende Zahl der Wohnungseinbrüche. Waren es 2009 in Moers noch 248, so waren es 2011 schon 370 (Kamp-Lintfort: 2009 nur 75, 2011 dann 117; Neukirchen-Vluyn: 92 in 2009, nun 135 in 2011). Ein Lichtstreif am Horizont: in 40 Prozent aller Fälle blieb’s beim Versuch – die Einbrecher mussten unverrichteter Dinge wieder abziehen. Für die Beamten ein Zeichen dafür, dass die Bürger technisch aufrüsten.

Einbrüche, Autoaufbrüche, Trickdiebstähle – solche Straftaten gehen oftmals auf die Konten so genannter „reisender Täter“. „Wir haben eine wunderbare Verkehrsanbindung“, meinen die Polizeibeamten mit einem säuerlichen Lächeln. Was zum einen als Standortfaktor für die Wirtschaft gilt, bietet auf der anderen Seite den Kriminellen prima Fluchtmöglichkeiten.

Was die Aufklärungsquoten angeht, so ist die für Moers und Kamp-Lintfort leicht gesunken, für Neukirchen-Vluyn leicht gestiegen; die Unterschiede sind marginal. Wichtiger die Langzeitentwicklung bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung: Die Zahlen gingen im Vergleich zum Jahr 2007 sehr stark zurück: in Moers von 407 auf 223.