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Welches Heim ist das richtige?

08.04.2008 | 19:48 Uhr

SOZIALES. In der Altenheimat in Vluyn arbeitet man mit an einem Projekt, das künftigen Kunden die Entscheidung erleichtert.

Einige der 98 Seniorenheimkunden in der Altenheimat Vluyn. Sie bevorzugen unter anderem die zentrale Lage ihrer Wohnung. (Fotos: Olaf Fuhrmann)Vor der Fotowand posieren Bewohnerinnen des Heims.

NEUKIRCHEN-VLUYN. Die Angebote für Senioren werden größer. Wer heute ein Altenzentrum sucht, hat oft die Qual der Wahl. Entscheidungshilfe soll das Projekt geben, an dem man zurzeit auch in der Altenheimat Vluyn der Grafschafter Diakonie arbeitet. Zwar klingt der Name selbst nach Fachchinesisch (Kundenorientierter Qualitätsbericht), doch will der Landesminister damit mehr Klarheit in die Heimlandschaft bringen. 100 000 Euro hat er in die Vorbereitungen investiert. Elf Seniorenheime in NRW machen bei dem Pilotprojekt mit.

Wie teuer ist das Heim, wie groß sind die Zimmer, liegt es im Grünen oder zentrumsnah, kann ich ausschlafen oder fernsehen, wann ich will, hält ein Bus vor der Türe, kann ich einen Hund mitbringen, und gibt's Internetanschluss? Das sind nur einige Punkte, die den künftigen Kunden eines Heims interessieren. "Sie stehen aber nicht in den Qualitätsberichten, die der Medizinische Dienst der Kassen augenblicklich überall veröffentlicht", schildert Heimleiter Axel Loobes das Problem. Diese Berichte basierten auf Prüfungen und Kontrollen, die unter anderem Pflegekonzepte abfragten. "Diese Kontrollen sind gut, sie müssen sein", meint Loobes.

Klarer, verständlicher Qualitätsbericht

Aber die Frage, welcher Service und welche Gegebenheiten das eine von dem anderen Heim unterscheiden, werde darin naturgemäß nicht beantwortet. Diakoniegeschäftsführer Dietrich Mehnert: "Wenn alle elf am Projekt beteiligten Heime ihre Fragen zusammengetragen haben, entsteht so etwas wie eine Standard-Vorlage, die von allen anderen Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen als klarer und verständlicher Qualitätsbericht für ihre Kunden genutzt werden kann." Diakoniegeschäftsführer Carsten van der Werth: "Wir stellen uns mit dem neuen Bericht auf die andere Seite. Es geht um die Wohn- und Lebensqualität." Naturgemäß, so Mehnert, sei der Qualitätsbericht auch werbewirksam für das Heim.

Loobes über einen Pluspunkt der Altenheimat, die Lage: "Viele unserer Bewohner gehen ins Dorf. Neulich habe ich einige Unternehmungslustige in der Frittenstube gesehen. Sowas freut uns."DIE GESCHICHTEDie Altenheimat Vluyn wurde lange Zeit vom Verein für Innere Mission getragen. Als das alte Gebäude 1994/95 saniert und durch Neubauten erweitert wurde, ging die Altenheimat in die Trägerschaft der Evangelischen Behinderten- und Altenhilfe über. Sie firmiert heute unter dem bekannten Logo Grafschafter Diakonie. Am 30. Oktober wird der Minister das Ergebnis des Projekts präsentieren.

KLARA HELMES

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