Weiße Riesenratte auf Moerser Bühne

Sieht unaufgeblasen noch nicht nach Ratte aus. Kommt aber noch.
Sieht unaufgeblasen noch nicht nach Ratte aus. Kommt aber noch.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Schlosstheater Moers zeigt ab 7. Februar das Stück „1984“. Mit von der Partie ist eine acht Meter lange aufblasbare Ratte, die den Zuschauern auf die Pelle rückt.

Moers..  Nicht, dass wir behaupten wollen, die nächste Inszenierung des Schlosstheaters werde eine Luftnummer. Obwohl: Luft spielt im Wortsinne eine große und raumgreifende Rolle. Mit 100 laufenden Metern Polyesterstoff drumrum, die sich wie von Zauberhand langsam und spektakulär zu einer gigantischen, weißen Ratte aufblasen, die nicht ohne Ähnlichkeit zu Mickey Mouse ist.

Drehung in die Gegenwart

Ab dem 7. Februar zeigt das Schlosstheater das George Orwell-Stück „1984“. In der Romanvorlage hat der Protagonist Winston panische Angst vor Ratten. „1984 ist ja 1948 entstanden und wir mussten jetzt für unser Spielzeitthema ,Sicherheit’ die Distanz überbrücken zwischen Disziplinargesellschaft und totaler Digitalgesellschaft, wo die Privatsphäre freiwillig preisgegeben wird“, erklärt Intendant Ulrich Greb die Aufgabe, die Drehung in die Gegenwart hinzukriegen. „Die aufblasbare Ratte hat mit dem Schluss des Stücks tun.“

Normalerweise lässt sich Greb nur ungern vor einer Premiere in die Karten schauen, aber dieses Hingucker-Requisit schien es ihm wert. Und ja, es war ein bisschen wie Weihnachten, als das Gebläse seinen Dienst aufnahm.

Bühnenbildnerin Birgit Angele war jedenfalls bei dem allerersten Versuch, das Tierchen aufzublasen, begeistert, wie schnell und vor allem präzise das Unternehmen Airworxx aus Aachen ihre Vorgaben umgesetzt hat. Auch Diplom-Ingenieur Wolfgang Hassa kennt diesen Moment der Erleichterung: „Wir haben beim Bau solcher Objekte ja zwischendurch keine Möglichkeit zu kontrollieren, wie es mit Luft befüllt aussieht. Es hätte auch ein Hund rauskommen können“, lacht er. Schließlich war das „unsere erste Ratte“. Sonst macht das Unternehmen eher in Kunst wie bei Ruhr 2010, als unzählige gelbe Luftballons zum Himmel stiegen. Oder in Torbogen oder überdimensionale Fußbälle für die Frauen-WM-Eröffnung.

Acht Meter lang ist der pummelige Nager, wenn er sich auf der Bühne komplett entfalten konnte. Die Schlosstheater-Schauspieler können ihn auch hemmungslos bespielen. So viel sei schon verraten: Das Tierchen rückt den Zuschauern ganz schön auf die Pelle.